Gebühr für Notaufnahme

Krankenkasse Barmer warnt vor falschen Erwartungen

Wer ohne akuten Notfall in die Notaufnahme einer Klinik geht, soll dafür eine Gebühr zahlen. Mit diesem Vorschlag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung kann die Krankenkasse Barmer nicht viel anfangen Eine Gebühr greife zu kurz und erzeuge neuen bürokratischen Aufwand, sagte Barmer-Landesgeschäftsführerin Birgit Dziuk.
© dpa/picture alliance
Schriftzug der Barmer GEK an einer Geschäftsstelle in Hannover. Die Krankenkasse hat sich gegen eine Notaufnahme-Gebühr positioniert.

Wie kann der Ansturm von Patienten mit sogenannte Bagatellerkrankungen auf die Notaufnahmen gebremst werden? Zur Lösung dieser Frage hatte jüngst der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, Sympathie für eine Gebühr geäußert (Pfefferminzia berichtete). Zu zahlen hätten diese, der „Großteil der Patienten“, die in die Notaufnahme kämen und da nicht hingehörten, so Gassen. „Eine finanzielle Steuerung wäre genau der Hebel, der helfen würde.“

Doch gegen Vorschlag regt sich Widerstand. „Eine Gebühr für den direkten Gang in die Notaufnahme greift zu kurz und erzeugt neuen bürokratischen Aufwand“, wird die Landesgeschäftsführerin der Krankenkasse Barmer, Birgit Dziuk, in einem Medienbericht zitiert.

Vorbild Portalpraxen?

Annette Rommel, Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Thüringen, äußerte demnach zwar Verständnis für die Forderung, Patientenströme besser zu steuern. Gleichwohl bevorzuge die KV Thüringen aktuell eine Zusammenarbeit zwischen dem Bereitschaftsdienst der niedergelassenen Ärzten und den Notaufnahmen der Kliniken.

So gebe es beispielsweise in Bad Frankenhausen und Sondershausen Kliniken mit sogenannten Portalpraxen. Dort treffe das medizinische Personal die Entscheidung über die Notwendigkeit einer akuten Behandlung – oder, ob sich die Patienten bis zur regulären Sprechstunde in der Arztpraxis gedulden müssen.

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Autor

Lorenz

Klein

Lorenz Klein gehörte dem Pfefferminzia-Team seit 2016 an, seit 2019 war er stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Im Oktober 2023 hat Klein das Unternehmen verlassen, um sich neuen Aufgaben in der Versicherungsbranche zu widmen.

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