Du hast einen Beitrag veröffentlicht. Zwei Kollegen drücken auf „Gefällt mir“, dazu kommt ein Kommentar vom Produktgeber. Von potenziellen Kunden: nichts. Schnell steht der Schuldige fest: der Algorithmus.
Dabei lohnt sich vorher ein Blick auf den Beitrag. Steht dort „Wir beraten dich individuell und kompetent“? Daneben ein KI-Foto mit Handschlag? Dann fehlt womöglich ein konkreter Grund, sich damit zu beschäftigen.
Instagram-Chef Adam Mosseri hat kürzlich erklärt, wie seine Plattform Inhalte verteilt. Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob jemand einen Beitrag voraussichtlich anschaut oder weiterleitet. Auch Inhalte kleiner öffentlicher Accounts können Menschen erreichen, die diesen Accounts noch gar nicht folgen.
Für Vermittler ist das eine gute Nachricht. Eine große Followerschaft ist keine Voraussetzung um anzufangen, aber dein Beitrag muss jemanden interessieren.
Nehmen wir einen Vermittler, der sich auf junge Familien spezialisiert hat. „Jetzt an die Absicherung denken“ bleibt ziemlich unkonkret. Näher am Alltag wäre: „Ihr bekommt ein Kind. Diese drei Fragen solltet ihr beim nächsten Beratungsgespräch stellen.“
Im Beitrag geht es dann beispielsweise darum, wie sich das verfügbare Einkommen während der Elternzeit verändert, wer finanziell von wem abhängig ist und welche bestehenden Verträge überprüft werden sollten. Das könnte jemand an seinen Partner schicken, weil es gerade zur eigenen Situation passt.
Solche Themen musst du dir nicht ausdenken. Schreib nach deinen nächsten fünf Beratungsgesprächen jeweils eine Frage auf, die du beantwortet hast. Etwa: „Warum braucht mein Kind schon eine BU?“ oder „Wieso wird meine KFZ-Versicherung teurer, obwohl ich keinen Unfall hatte?“ Schon hast du zwei konkrete Themen. Kundendaten gehören selbstverständlich nicht in den Beitrag.
Ein lustiges Video kann viele Aufrufe bringen. Und dann?
Ein Bürovideo mit einem angesagten Sound erreicht vielleicht 15.000 Menschen. Deine Erklärung zu Gesundheitsfragen nur 600. Trotzdem kann der zweite Beitrag für deinen Betrieb mehr bewirken, wenn sich daraus eine passende Anfrage ergibt.
Schau deshalb neben Likes und Aufrufen auch darauf, was anschließend passiert: Besuchen Menschen dein Profil? Wirst du offline auf deine Social-Media-Beiträge angesprochen? Das sind Hinweise darauf, ob deine Inhalte die passenden Menschen erreichen.
Wenn ein Thema wenig Resonanz bekommt, musst du es nicht sofort streichen. Vielleicht war die Überschrift zu allgemein oder das Video zu umständlich.
Erkläre dieselbe Kundenfrage einmal in einem kurzen Video und einmal auf fünf übersichtlichen Slides. Beginne direkt mit der Frage. Eine umständlich konstruierte Einleitung kannst du meistens weglassen.
Das garantiert keine Reichweite. Aber du kannst anschließend besser beurteilen, was bei deiner Zielgruppe funktioniert. Mit der pauschalen Erklärung „Der Algorithmus mag mich nicht“ lernst du wenig für den nächsten Beitrag.
Wie du aus deinem Beratungsalltag Themen entwickelst und daraus verständliche Beiträge für Linkedin, Instagram und Facebook machst, zeigen wir dir in unserer Social-Media-Maklerclass.
Nadja Smeilus und Patrick Hamacher sind Teil der Biomex GmbH und unterstützen Vermittlerinnen und Vermittler dabei, sich auf Social Media sichtbar, professionell und authentisch zu positionieren. Mit der „Social Media Maklerclass“ haben sie einen Videokurs entwickelt, der praxisnah zeigt, wie Vermittler Reichweite aufbauen, Vertrauen schaffen und Kunden gewinnen – auch ohne Kamera-Erfahrung oder Marketingstudium.
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