Wunschalter 91,2 Jahre

Deutsche fühlen sich auf ein langes Leben schlecht vorbereitet

Die meisten Deutschen wissen, dass die Lebenserwartung steigt – und viele wollen sehr alt werden. Auf eine Schwemme an Hochbetagten sieht eine klare Mehrheit das Land allerdings nicht vorbereitet. Das zeigt eine repräsentative Yougov-Studie im Auftrag von Canada Life.
Den 100. Geburtstag erleben? Ja. gerne! Viele Deutsche wünschen sich, gesund alt zu werden.
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Den 100. Geburtstag erleben? Ja. gerne! Viele Deutsche wünschen sich, gesund alt zu werden.

Langlebigkeit ist den Menschen in Deutschland bekannt, und ein hohes Alter gilt vielen als erstrebenswert. 89 Prozent der Befragten ist bewusst, dass Menschen heute länger leben als frühere Generationen. Im Schnitt wollen die Teilnehmer 91,2 Jahre alt werden, vorausgesetzt, sie bleiben weitgehend gesund.

23 Prozent würden sogar gern 100 Jahre oder älter werden. Ihre eigene Lebenserwartung schätzen die Befragten mit durchschnittlich 82 Jahren deutlich vorsichtiger ein. Das hat eine repräsentative Yougov-Umfrage im Auftrag von Canada Life ergeben. Sie ist Teil eines mehrjährigen, internationalen Research-Programms der Canada-Life-Gruppe zum Thema Longevity.

70 Prozent sehen Deutschland schlecht vorbereitet

Auf eine Gesellschaft mit vielen 90- und 100-Jährigen sieht die Bevölkerung das Land nicht gut eingestellt: 70 Prozent bewerten die Vorbereitung als „eher schlecht“ oder „sehr schlecht“. Besonders kritisch fällt das Urteil bei der Pflege (71 Prozent) und der finanziellen Absicherung (70 Prozent) aus. Beim altersgerechten Wohnen und bei den Arbeitsmarktchancen Älterer sind es jeweils 62 Prozent.

61 Prozent sehen Defizite bei sozialen Kontakten und dem Schutz vor Einsamkeit, 54 Prozent bei flexiblen Übergängen in den Ruhestand. Am besten schneidet noch die medizinische Versorgung ab, doch auch hier bemängeln 42 Prozent die Vorbereitung.

Längeres Arbeiten und mehr Pflegekosten erwartet

Ein längeres Leben erhöht auch den finanziellen Planungsbedarf. 65 Prozent gehen davon aus, dass die Menschen länger arbeiten müssen, um ihren Lebensunterhalt im Alter zu finanzieren. 64 Prozent rechnen damit, mögliche Pflegekosten stärker einplanen zu müssen, auch mit Blick auf das Vermögen, das sie später weitergeben können.

53 Prozent erwarten, ihre Ruhestandsplanung regelmäßig überprüfen zu müssen, 49 Prozent ihre Geldanlage. 47 Prozent sehen das Risiko, dass ihnen im Ruhestand das Geld ausgehen könnte.

Briten sorgen sich stärker ums Geld

Zum Vergleich verweist Canada Life auf eine eigene Online-Befragung in Großbritannien vom April 2026. Dort ist das Bewusstsein für die steigende Lebenserwartung mit 84 Prozent ebenfalls hoch. Bei den finanziellen Folgen liegen die Briten aber deutlich vorn: 74 Prozent rechnen mit längerem Arbeiten (Deutschland: 65 Prozent), 61 Prozent mit einer regelmäßigen Überprüfung der Ruhestandsplanung (53 Prozent) und 59 Prozent mit Anpassungen bei der Geldanlage (49 Prozent). Am größten ist der Abstand bei der Sorge, im Ruhestand könnte das Geld ausgehen: 72 Prozent in Großbritannien, 47 Prozent in Deutschland.

Beim Thema Pflegekosten liegen beide Länder fast gleichauf (UK: 61 Prozent, Deutschland: 64 Prozent). Canada Life deutet die höheren Werte in Großbritannien so, dass ein sehr langes Leben dort stärker als individuelle finanzielle Planungsaufgabe wahrgenommen wird.

„Wunschalter 91,2 Jahre – das ist ein klares Votum für ein langes Leben! Doch es geht auch um Lebensqualität. Wo Staat und Gesellschaft noch nicht ausreichend auf ein längeres Leben eingestellt sind, wird die eigene finanzielle Planung umso wichtiger“, sagt Frederick Krummet, Chief Distribution Officer bei Canada Life.

Wer langfristig vorsorge, seine Ruhestandsstrategie und Geldanlage regelmäßig überprüfe und genügend finanziellen Spielraum behalte, gestalte sein späteres Leben selbstbestimmt und könne besser auf Veränderungen reagieren.

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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