Weniger ist mehr

Vermittler reduzieren ihre Pool-Anbindungen

Die Fokussierung bei der Maklerpool-Anbindung setzt sich fort. Rund 70 Prozent der unabhängigen Vermittler arbeiten mit nur ein oder zwei Pools zusammen. Das 18. AfW-Vermittlerbarometer zeigt auch, worauf es den Vermittlern bei Wahl des Pools ankommt.
Die durchschnittliche Zahl der Maklerpoolpartner von unabhängigen Vermittlern ist auf 1,88 gesunken.
© AfW-Vermittlerbarometer
Die durchschnittliche Zahl der Maklerpoolpartner von unabhängigen Vermittlern ist auf 1,88 gesunken.

Die durchschnittliche Zahl der Maklerpoolpartner von unabhängigen Vermittlern ist auf 1,88 gesunken. Das ist der niedrigste Wert seit der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung 2019 begonnen hat, die Anbindungen an Maklerpools und Verbünde im Rahmen seines Vermittlerbarometers abzufragen. 2019 waren es noch durchschnittlich 2,3 Anbindungen, bei der letzten Erhebung 2,0 Prozent.

Gesunken ist insbesondere der Anteil der Vermittler mit drei oder mehr Pool-Anbindungen. Er ging binnen eines Jahres von 27,6 auf 22,1 Prozent zurück. Ein oder zwei Partner sind jetzt die Norm: 36,2 Prozent arbeiten mit einem einzigen Pool (ähnlich wie im Vorjahr), weitere 35,0 Prozent mit zwei Pools. Zusammen sind das gut 71 Prozent.

Eine einzige Anbindung öffnet Zugang zum Gesamtmarkt

Der Trend zur Fokussierung dürfte sich fortsetzen: 82 Prozent der befragten Vermittler wollen die Zahl ihrer Anbindungen konstant halten. 10 Prozent wollen sie reduzieren, nur 5 Prozent wollen aufstocken.

Für Norman Wirth, geschäftsführender Vorstand des AfW, ist das eine gesunde Entwicklung: „Es zahlt sich aus, sich zu fokussieren. Mit mehr Anbindungen wächst die Gefahr, sich zu verzetteln und Synergie-Effekte zu verschenken. Wer auf einen oder zwei leistungsstarke Partner setzt, verliert nichts an Marktbreite. Im Gegenteil: Schon eine einzige Anbindung öffnet den Zugang zum gesamten Markt und nimmt zugleich einen Großteil der Verwaltung ab. Genau das macht Pools und Verbünde zu Garanten der Unabhängigkeit.“

Produktangebot und Technik wichtiger als Provision

Bei der Auswahl des Pools sind laut Umfrage Inhalt und Technik wichtigere Kriterien als die Konditionen. Als „wichtig“ oder „sehr wichtig“ bewerten die Befragten das Produktportfolio (86,8 Prozent), die Werkzeuge und Tools (85,3 Prozent), Service und Beratung (82,8 Prozent) sowie die Digitalisierung (80,9 Prozent). Die Provisionshöhe folgt erst an sechster Stelle (63,0 Prozent) – und hat gegenüber dem vorherigen Vermittlerbarometer sogar an Bedeutung verloren (2024: 70,4 Prozent). Noch unwichtiger ist die Größe eines Pools (42,8 Prozent).

Im Durchschnitt wickeln die Umfrageteilnehmer 60 Prozent ihres Umsatzes über Pools und Verbünde ab. Genutzt wird auch ihr breites Leistungsspektrum. 80,6 Prozent der Befragten nutzen sie für Weiterbildungsangebote, 79,7 Prozent für Software-Lösungen, 68,5 Prozent für Produktschulungen und 50,8 Prozent für rechtliche Unterstützung.

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Autorin

Sabine

Groth

Sabine Groth schreibt seit über 20 Jahren schwerpunktmäßig über Geldanlage sowie weitere Finanz- und Wirtschaftsthemen, seit 2009 als freie Journalistin. Zu ihren Auftraggebern zählen vor allem Fachmagazine und -portale.

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