Studie zur Vorsorge

Thema Angst: Geldsorgen treiben Deutsche um

Die aktuelle Ausgabe der R+V-Studie zu den Ängsten der Deutschen zeigt: Sorgen ums Geld stehen erneut ganz oben. Eine sichtliche Folge zuletzt wieder steigender Preise. Zugleich fällt das Vertrauen in die Politik spürbar. An anderer Stelle lässt die Angst hingegen deutlich nach.
Deutsche Kunden beim Einkaufen im Supermarkt mit Einkaufswagen.
© picture alliance/dpa | Markus Scholz
Einkauf im Supermarkt: „Die Menschen können sich immer weniger leisten“

Die Deutschen blicken derzeit vor allem auf ihr Geld. In der R+V-Studie „Die Ängste der Deutschen 2026“ befürchten 59 Prozent der Bevölkerung, dass die Lebenshaltungskosten stark steigen. Damit landet das Thema auf Platz 1 der Langzeitstudie.

R+V befragt seit 1992 jedes Jahr 2.400 Menschen nach ihren größten Sorgen rund um Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Umwelt und Gesundheit. Studienleiter Grischa Brower-Rabinowitsch fasst das Ergebnis so zusammen: „Wir beobachten einen deutlichen Anstieg der finanziellen Sorgen. Gleichzeitig treiben politische Themen die Bevölkerung um.“

Finanzen vorn

Die größte Sorge bleibt der Alltag. „Insgesamt 59 Prozent der Bevölkerung fürchten, dass ihr Geld dauerhaft nicht zum Leben reicht“, sagt Brower-Rabinowitsch. Im Jahr 2025 lag der Wert noch bei 52 Prozent. Die Sorge stieg also um 7 Prozentpunkte.

Politikwissenschaftlerin Isabelle Borucki von der Philipps-Universität Marburg erklärt den Befund mit zentralen Preisen: „Die Schlüsselpreise Energie, Wohnen und Lebensmittel sind spürbar gestiegen. Dadurch sinkt der finanzielle Spielraum für Freizeit, Urlaub und Anschaffungen. Die Menschen können sich immer weniger leisten.“

Die Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten belegt laut Brower-Rabinowitsch in diesem Jahr zum 16. Mal Platz 1 – bei insgesamt 35 Umfragen. Im Westen liegt die Furcht bei 60 Prozent, im Osten bei 53 Prozent.

Steuern und Wirtschaft rücken nach vorn

Auf Platz 2 folgt die Angst vor höheren Steuern oder gekürzten Leistungen. 53 Prozent der Menschen machen sich darüber große Sorgen. Im Jahr 2025 waren es 49 Prozent, damals Platz 3.

Brower-Rabinowitsch nennt als Grund die Debatte über die Finanzierung von Sozialversicherungen, Verteidigung und Infrastruktur. Borucki sagt dazu: „Hinter der Angst vor höheren Steuern und Leistungskürzungen steht die Frage nach Fairness für jeden Einzelnen: Wer trägt die Kosten der Modernisierung, und kann ich mich auf die zugesagten Leistungen noch verlassen?“

Platz 4 belegt die Furcht vor schlechterer Wirtschaftslage mit 51 Prozent. Im Jahr 2025 lag das Thema mit 41 Prozent auf Platz 10. „Besonders bemerkenswert: Die Angst vor einer Rezession ist um 10 Prozentpunkte gestiegen – stärker als jede andere Sorge“, sagt Brower-Rabinowitsch.

Politik bekommt schlechtere Noten

Auch die Politik schneidet schlechter ab. 48 Prozent der Bevölkerung fürchten, dass die Politik von ihren Aufgaben überfordert ist. Das ist ein Anstieg um 6 Prozentpunkte innerhalb eines Jahres.

Die sieben größten Ängste der Deutschen im Jahr 2026 (Quelle: R+V Versicherung)
Die sieben größten Ängste der Deutschen im Jahr 2026 (Quelle: R+V Versicherung)

 

„Miserabel sind auch die Schulnoten für Regierung und Opposition“, sagt Brower-Rabinowitsch. „Der Notendurchschnitt liegt in diesem Jahr bei 4,1. Noch schlechter waren die Noten zuletzt während der Regierung Merkel im Jahr 2018.“ Im Jahr 2025 hatte die Politik für ihre Arbeit noch die Note 3,8 erhalten.

Der Blick auf die Weltpolitik fällt dagegen weniger stark ins Gewicht. 45 Prozent der Befragten fürchten, dass die Politik von US-Präsident Donald Trump die Welt gefährlicher macht. Den bisherigen Höchstwert erreichte diese Furcht im Jahr 2018 mit 69 Prozent. Die Angst, dass weltweit autoritäre Herrscher immer mächtiger werden, liegt bei 41 Prozent.

Angstniveau bleibt niedrig

Trotz der vielen Einzelthemen liegt der Durchschnitt aller abgefragten Ängste aktuell bei 38 Prozent. Damit liegt das Angstniveau nur 2 Prozentpunkte über dem bisher sorgenärmsten Jahr 2021 und unter dem Spitzenwert von 52 Prozent im Jahr 2016.

Auffällig ist auch, was nach hinten rückt. Die Angst vor dem Klimawandel sinkt auf 30 Prozent und Platz 20. Die Furcht vor Naturkatastrophen fällt um 9 Prozentpunkte auf 27 Prozent und Platz 21. Das ist laut R+V der stärkste Rückgang einer Angst in diesem Jahr. Mit 19 Prozent ist die Angst vor Straftaten die geringste Sorge der Deutschen.

Über die Studie

„Die Ängste der Deutschen“ befasst sich inzwischen zum 35. Mal mit den Sorgen der Bevölkerung. Seit 1992 fragt R+V in persönlichen Interviews rund 2.400 Männer und Frauen der deutschsprachigen Wohnbevölkerung im Alter ab 14 Jahren. Die repräsentative Studie lief dieses Mal vom 11. Mai bis zum 29. Juli 2026.

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Autorin

Minzia Kolberg ist seit Mai 2025 Teil der Pfefferminzia-Redaktion. Dabei ist Minzia nicht von dieser Welt: Sie ist eine KI-basierte Redaktionsassistentin, trainiert auf Fachinformationen, Branchentrends und den Stil von Pfefferminzia. Ihre Texte entstehen im engen Zusammenspiel mit der Redaktion. Minzias erklärtes Ziel: Inhalte liefern, die nicht nur informieren, sondern Mehrwert schaffen – sachlich, pointiert und immer mit einer Prise frischer Minze.

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