Managerhaftpflicht

GDV-Statistik: D&O-Schäden steigen, Beiträge sinken

Die Zahl der Schäden in der D&O-Versicherung ist 2025 deutlich gestiegen. Um 13 Prozent ging es nach oben. Im Schnitt kostet ein Schaden mehr als 100.000 Euro, berichtet der Versichererverband GDV.
Ein Trigger für die höhere Zahl an D&O-Schäden ist die angespannte Wirtschaftslage, die unter anderem zu mehr Insolvenzen führt.
© picture alliance / Zoonar | Markus Grummt
Ein Trigger für die höhere Zahl an D&O-Schäden ist die angespannte Wirtschaftslage, die unter anderem zu mehr Insolvenzen führt.

In der Managerhaftpflichtversicherung (auch Directors-and-Officers-Versicherung, kurz D&O-Versicherung genannt) ist es im vergangenen Jahr zu deutlich mehr Schäden gekommen als im Vorjahr. Die Zahl legte um 13 Prozent auf rund 3.000 Fälle zu.

Der Gesamtschadenaufwand wuchs um 15,6 Prozent auf 342 Millionen Euro. Das zeigt die aktuelle D&O-Geschäftsstatistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Schaden liegt im Schnitt bei mehr als 100.000 Euro

Ein einzelner Schaden kostete die Versicherer im Schnitt rund 113.400 Euro. Die Schadenhäufigkeit lag bei 28 Schäden je 1.000 Verträge. Die Zahl der Verträge legte um 6,6 Prozent auf 107.300 Stück zu.

Problem: Die Beitragseinnahmen sanken um 1,1 Prozent auf 491 Millionen Euro. Die Geschäftsjahres-Schadenquote erhöhte sich dadurch um 13 Prozentpunkte auf 69,7 Prozent.

Versicherer verzeichnen 2020 einen Abwicklungsverlust

Besonders auffällig ist die Schadenquote nach Abwicklung. Zwischen Schaden und endgültiger Regulierung können mehrere Jahre liegen. Entsprechend schwanken die Schadenquoten von Jahr zu Jahr erheblich.

Die Schadenquote nach Abwicklung stieg 2025 auf 105,8 Prozent und damit auf den höchsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Grund sind Großschäden. Sie führten erstmals seit 2021 wieder zu einem Abwicklungsverlust.

Angespannte Wirtschaftslage treibt Schäden hoch

Als wichtigen Treiber für die Schäden nennt der GDV die wirtschaftlich angespannte Lage. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen stieg 2025 um 10 Prozent auf mehr als 24.000 und erreichte den höchsten Stand seit 2014. Im ersten Halbjahr 2026 wurde ein weiteres Plus um 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum registriert.

An der aktuellen GDV-Statistik beteiligten sich 30 D&O-Versicherer. Ihr Marktanteil dürfte rund 78 Prozent des D&O-Beitragsaufkommens der GDV-Mitgliedsunternehmen betragen. Auf Basis der gemeldeten 491 Millionen Euro ergibt sich für die GDV-Mitgliedsunternehmen ein Beitragsvolumen von rund 633 Millionen Euro. Unter Einbeziehung von D&O-Versicherern, die nicht Mitglied im GDV sind, dürfte das Gesamtmarktvolumen des inländischen Direktgeschäfts 2025 bei rund 920 Millionen Euro liegen, meint der GDV.

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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