Die Lohnfortzahlung für kranke Arbeitnehmer kommt die Unternehmen hierzulande immer teurer zu stehen. 2025 hat das die Arbeitgeber rund 85,6 Milliarden Euro gekostet. Das geht aus einer Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor.
72,5 Milliarden Euro davon entfielen auf die fortgezahlten Bruttoentgelte, weitere 13,1 Milliarden Euro auf Sozialbeiträge, die Arbeitgeber zusätzlich für ihre erkrankten Beschäftigten aufbringen. Binnen 15 Jahren haben sich die nominalen Aufwendungen mehr als verdoppelt, berichtet das IW.
Für den Anstieg sind mehrere Faktoren verantwortlich:
Seit der elektronischen Erfassung der Atteste im Jahr 2022 liegt der Krankenstand deutlich über dem Vor-Corona-Niveau, heißt es vom IW weiter. Das könnte etwa am demografischen Wandel liegen: „Ältere Beschäftigte erkranken häufiger an Muskel- und Skeletterkrankungen, deren Genesung länger dauert. Zudem haben psychische Erkrankungen zugenommen“, heißt es in der Studie. Diese machten zwar nur knapp 5 Prozent aller Krankheitsfälle aus, verursachten aber rund 13 Prozent aller Ausfalltage.
Die Bundesregierung will die telefonische Krankschreibung bei Atemwegserkrankungen abschaffen und Arbeitnehmer verpflichten, ein Attest schon ab dem ersten Fehltag vorzulegen. „Ob der Krankenstand damit sinkt, bleibt offen”, sagt IW-Ökonom Jochen Pimpertz. Rechtlich ändere sich wenig, denn ein Attest ab dem ersten Tag können Arbeitgeber schon heute verlangen. Die Norm ist ein Attest ab dem vierten Krankheitstag.
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