Lebensversicherung

Bafin stellt fest: Kosten für Fondspolicen sinken

Das wird vor allem Verbraucher und deren Schützer erfreuen: Die Effektivkosten für Vorsorgeprodukte wie Fondspolicen und hybride Lebensversicherungen sinken. Nur in bestimmten Sonderfällen bleiben sie noch immer enorm hoch.
Sitz der Finanzaufsicht Bafin in Bonn: Sinkende Kosten beobachtet
© picture alliance / SvenSimon | Malte Ossowski
Sitz der Finanzaufsicht Bafin in Bonn: Sinkende Kosten beobachtet

Die Finanzaufsicht Bafin meldet einen für vorsorgende Menschen erfreulichen Trend: Die Kosten für fondsgebundene und hybride Lebensversicherungen sinken deutlich. Die Bafin vergleicht dazu die sogenannten Effektivkosten von heute mit denen von 2021. Die Effektivkosten geben an, wie stark anfallende Kosten die jährliche Rendite einer Lebensversicherung (auch: Fondspolice) drücken.

Für die aktuelle Bestandsaufnahme erhob die Bafin unter 54 Lebensversicherern Daten zu Effektivkosten. Zusätzlich fragte sie erstmalig Informationen zum Kundennutzen in der Rentenbezugszeit ab. Dieser Kundennutzen ist ihr sehr wichtig, wie sie auch in ihrem „Merkblatt zu wohlverhaltensaufsichtlichen Aspekten bei kapitalbildenden Lebensversicherungen“ betont.

Allerdings schränkt sie ein: Dort, wo die Kosten ohnehin schon niedrig liegen, sind sie kaum noch weiter gesunken. Und im teuersten Viertel liegen sie noch zu hoch. Noch immer bringen es manche Produkte auf Effektivkosten von mehr als 3 Prozent im Jahr.

Und weiteres hat die Bafin beobachtet: Besonders deutlich ging es bei Produkten hinab, die regulär zum Ende der Ansparphase auslaufen. Im teuersten Viertel des Markts fielen die Effektivkosten dann bei einer typischen Laufzeit von 30 Jahren um mehr als 0,4 Prozentpunkte, auf 1,9 Prozent. Ein Grund dafür ist, dass die Kosten für die Anlagen an sich sinken. Denn viele Versicherer bieten ETFs oder andere Indexfonds an, die von Haus aus deutlich günstiger sind als aktiv gemanagte Fonds.

Was hingegen die Kosten treibt, ist der Umstand, dass noch immer viele Kunden ihre Verträge vorzeitig kündigen. Dann verteilen sich Abschlusskosten auf einen verkürzten Zeitraum – und liegen damit im Schnitt pro Jahr höher.

Laut Bafin beendet bei 30 Jahren Sparphase die Hälfte der Kunden ihren Vertrag schon nach 15 Jahren. In solchen Fällen landen die Verträge dann im teuersten Viertel des Markts bei etwa 3,2 Prozent. Im Vergleich zur regulären Beendigung sind das 1 bis 1,5 Prozentpunkte mehr.

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Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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