Ende April/Anfang Mai durfte ich am Next Generation Forum der Fondskonzept teilnehmen – einer Veranstaltung speziell für junge Maklerinnen und Makler aus Deutschland und Österreich. Cool, oder? Und ganz ehrlich? Genau solche Formate brauchen wir mehr in unserer Branche.
Nicht wegen der schicken Location, der Goodies der Versicherungsgesellschaften oder des leckeren Essens. Wobei, jaaa okay … das war definitiv auch nicht schlecht. 😉
Sondern vor allem wegen des – was oft viel wertvoller ist – echten Austauschs auf Augenhöhe, ehrlichen Feedbacks und gemeinsamen Wachstums. Genau deshalb liebe ich solche Veranstaltungen – und ehrlich gesagt auch die Veränderung, die unsere Branche gerade durchläuft.
Unsere Branche verändert sich schneller, als viele wahrhaben wollen. Kundinnen und Kunden werden anspruchsvoller, Regulatorik nimmt zu, die Digitalisierung wird schneller und künstliche Intelligenz verändert Prozesse und Beratung mit einer Geschwindigkeit, dass man manchmal gar nicht weiß, wo man anfangen soll.
Und gleichzeitig erwarten Menschen heute völlig zu Recht hochwertige Beratung, Erreichbarkeit, Spezialisierung und schnelle Lösungen.
Die Wahrheit ist doch: Der klassische „Ich mache alles allein“-Makler wird es langfristig immer schwerer haben. Und ja – ich glaube durchaus, dass wir uns als Branche die Frage stellen dürfen, ob tiefe Fachberatung heute noch realistisch in jeder einzelnen Sparte gleichzeitig möglich ist.
Es gibt nicht ohne Grund immer mehr Beraterinnen und Berater, die sich bewusst spitz positionieren. Und weißt du was? Das ist nichts Schlechtes.
Denn genau hier beginnt aus meiner Sicht die Zukunft moderner Beratung: Nicht alles selbst können müssen – sondern wissen, wen man fragen kann. Oder einfacher gesagt: „Hey, das ist nicht mein Kerngebiet, aber ich kenne jemanden, der darin richtig gut ist.“
Wie wertvoll ist bitte genau dieser Satz? Einfach mal einen Mindset-Shift ausprobieren und eine andere Sichtweise einnehmen.
Eine Branche, die sich so stark verändert, braucht Menschen, die miteinander reden.
Menschen, die Erfahrungen teilen.
Fehler offen ansprechen.
Ideen diskutieren.
Und sich gegenseitig unterstützen.
Weg vom Konkurrenzdenken, das uns einschränkt, neidisch macht und über das wir uns von Außen vergleichen, obwohl wir alle super individuell sind – sowohl von unserem Charakter und unserem Beratungsstil, als auch von unseren Kunden her. Hin zu echten Synergien, gemeinsamem Wachsen und füreinander da Sein.
Denn mal ehrlich: Wissen bringt nur begrenzt etwas, wenn wir es horten, bis wir irgendwann in Rente gehen – oder es bildlich gesprochen mit ins Grab nehmen.
Ja, klingt makaber. Aber ein bisschen Wahrheit steckt drin. Gerade deshalb finde ich Austauschformate, Verbandsarbeit, Kooperationen und Communitys so wichtig.
Und nein: Netzwerken bedeutet nicht, auf Events möglichst viele Hände zu schütteln, Linkedin-Kontakte zu sammeln oder Visitenkarten wie Pokémon-Karten zu tauschen.
Ich stelle mal eine Hypothese auf. Ein gutes Netzwerk beginnt mit einer elementaren Grundsatzfrage: „Was kann ich dir Gutes tun?“
Und nicht: „Was bringt mir diese Person?“
Sondern:
Denn genau so entstehen langfristige Beziehungen.
Nicht durch schnellen Nutzen. Sondern durch Vertrauen.
Und häufig kommt etwas zurück – manchmal sofort, manchmal Monate später. Manchmal auch erst Jahre. Und manchmal auch völlig unerwartet.
Was ich besonders spannend finde, ist, dass das Netzwerken oft wie ein Spiegel funktioniert. Es lohnt sich, sich selbst mal ein paar Fragen zu stellen, wie …
Denn ein gutes Netzwerk ist keine Einbahnstraße. Es lebt davon, dass Menschen gemeinsam wachsen wollen. Dass man sich gegenseitig unterstützt, auch mal kontrovers diskutiert – und trotzdem respektvoll bleibt.
Als positive Referenzbeispiele, die mich persönlich immer wieder inspirieren und mit denen ich den gemeinsamen Austausch schätze, möchte ich hier Stephan von Heymann, Norman Wirth und Patrick Hamacher nennen. Auch der Bankrocker zeigt, wie gutes Netzwerken auf Augenhöhe geht.
Gerade Menschen wie Stephan von Heymann zeigen, wie wertvoll offener Wissenstransfer sein kann. Sein Sachthemen-Blog oder fachliche Debatten auf privater Ebene, unter anderem auf Linkedin bringen oft Perspektiven zusammen, die man allein vielleicht nie bedacht hätte. Gemeinsam konnten wir schon einiges bewirken und Menschen in unserer Branche zum Umdenken anregen. Auch hier gilt: Gemeinsam bewegen wir mehr!
Umso spannender ist, dass wir auch bei kontroversen Themen nicht immer einer Meinung sind. Und das ist vollkommen in Ordnung! Denn so können wir versuchen eine andere Sichtweise anzunehmen und unsere zu hinterfragen und zu erweitern. So sieht chancenorientiertes Denken aus.
Am Ende geht es darum, Menschen, Familien, Unternehmen bestmöglich zu beraten. Und das schaffen wir am effektivsten zusammen.
Und vielleicht ist genau das die eigentliche Zukunftskompetenz in unserer Branche.
Daher lautet mein kleiner Appell heute an die Branche:
Mögliche Anlaufstellen gibt es genug – zum Beispiel Verbände und Vereine wie z.B. der AfW-Verband oder der ZFF, in Fachgruppen auf Facebook (ja, das gibt’s tatsächlich noch 😄). In Whatsapp-Communitys, dem Sach-Themenblog oder anderen auf Linkedin oder bei anderen Offline-Veranstaltungen.
Gemeinsam können wir verdammt viel bewegen!
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