Ruhestandssorgen in Deutschland

Fast jeder Dritte über 50 zweifelt an seiner Altersvorsorge

Viele Deutsche über 50 blicken optimistisch auf ihren Ruhestand – doch fast jeder Dritte hält die eigene finanzielle Absicherung für gefährdet. Besonders die 50- bis 60-Jährigen sorgen sich, zeigt eine Umfrage von Standard Life.
Menschen 50plus sind von der Grundstimmung her optimistisch, was ihren Lebensabend angeht. Finanzielle Sorgen treiben aber trotzdem um.
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Menschen 50plus sind von der Grundstimmung her optimistisch, was ihren Lebensabend angeht. Finanzielle Sorgen treiben aber trotzdem um.

Trotz einer mehrheitlich positiven Grundstimmung plagen viele Menschen in Deutschland kurz vor dem Renteneintritt erhebliche finanzielle Sorgen. Das zeigt eine Umfrage des Marktforschers Yougov im Auftrag des Lebensversicherers Standard Life. 844 Personen ab 50 Jahren wurden dafür befragt.

Demnach blicken 53 Prozent der Befragten optimistisch auf ihren Ruhestand – 29 Prozent halten die eigene finanzielle Absicherung für gefährdet.

Nur 10 Prozent suchen professionelle Beratung

Besonders ausgeprägt ist die Skepsis bei den 50- bis 60-Jährigen, von denen viele noch mitten im Berufsleben stehen. Nur ein Drittel dieser Altersgruppe sieht dem bevorstehenden Ruhestand optimistisch entgegen, und ganze 40 Prozent halten ihre finanzielle Absicherung im Alter für gefährdet. Die Durchschnittsnote, mit der die Befragten ihre eigene Altersvorsorge bewerten, liegt bei 3,58 und hat sich gegenüber dem Vorjahr (3,66) nur leicht verbessert.

Gleichzeitig offenbart die Umfrage eine auffällige Planungslücke: Zwei Drittel der über 50-Jährigen sind zwar überzeugt, die Ruhestandsplanung selbst stemmen zu können – doch fast genauso viele haben bislang keinen konkreten Überblick über ihre künftigen Einnahmen und Ausgaben erstellt. Nur 10 Prozent suchen überhaupt professionelle Beratung, und 19 Prozent planen ihren Ruhestand gar nicht. Immerhin: Der Anteil derjenigen mit einem solchen Finanzplan ist im Vergleich zum Vorjahr von 25 auf 30 Prozent gestiegen.

Hinzu kommt, dass die finanzielle Lücke im Alter von vielen als unvermeidlich gilt. Rund 58 Prozent der Befragten erwarten ein deutlich geringeres Einkommen im Ruhestand als im Erwerbsleben. Während 43 Prozent mit sinkenden Ausgaben rechnen, geht ein wachsender Anteil von 16 Prozent sogar von höheren Kosten aus – ein Anstieg gegenüber den 12 Prozent im Vorjahr. Als besondere finanzielle Herausforderung nennen knapp sechs von zehn Befragten die mögliche Pflegebedürftigkeit – sei es die eigene oder die eines Familienmitglieds.

Für die Jüngeren auf Rente verzichten? Nö!

Wenig Bereitschaft zur Solidarität mit jüngeren Generationen zeigt die Umfrage ebenfalls: Mehr als drei Viertel der über 50-Jährigen (79 Prozent) lehnen Rentenkürzungen zugunsten künftiger Generationen ab. Auch die seit Jahresbeginn 2026 geltende „Aktivrente“ ist wenig bekannt und stößt auf breite Skepsis: Mehr als die Hälfte der Befragten kennt das Modell gar nicht, und 57 Prozent halten es für uninteressant.

Christian Nuschele, Head of Distribution bei Standard Life Deutschland und Österreich, sieht in den Ergebnissen trotz allem Anlass zur Zuversicht: Die Umfrage zeige zwar eine große Unsicherheit bezüglich der Absicherung im Alter. Aber: „Dies ist ein sehr guter Zeitpunkt, sich intensiv mit der finanziellen Planung des Ruhestands zu beschäftigen. Ich kann jeden in dieser Altersgruppe nur ermutigen, Entscheidungen nicht weiter aufzuschieben und sich Rat bei einem unabhängigen Experten für Ruhestandsplanung einzuholen.“

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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