Die Rating-Agentur Franke und Bornberg befährt ein neues Gebiet der Versicherung: die Fahrradversicherung. Das erste Rating für die Zweirad-Policen ist in Ordnung, aber ausbaufähig. Denn lediglich 8,4 Prozent erreichten die Spitzennote von FFF+ (hervorragend).
Mit dem Rating reagiert Franke und Bornberg auf einen wichtigen Trend in der Versicherungslandschaft. Zwar ging die Zahl der Schadenfälle mit Fahrrädern zurück, wie der Branchenverband GDV jüngst meldete. Doch die Schadensumme insgesamt blieb mit 150 Millionen Euro annähernd gleich. Was schlicht heißt: Die einzelnen Schäden wurden teurer, nicht zuletzt, weil auch die Drahtesel teurer werden. Womit die Hausratversicherung – die Fahrräder oft mit abdeckt – nicht selten an ihre Grenzen stößt. Rein finanziell, aber auch mit den Leistungen.
Und damit kommen wir zu einer guten Nachricht: 83 Tarife von 36 Versicherern fanden die Analysten vor – das spricht für einen schönen, breiten Markt. Der Großteil der Bewerteten tummelt sich in den Noten FFF und FF+, was einen durchaus ansprechenden Zwei-Drittel-Bauch im Notenspiegel ergibt. Hier ist er.

Wie gingen die Analysten vor? Sie bewerteten 63 Detailkriterien in zwölf Kategorien mit einer maximalen Gesamtpunktzahl von 3.275 Punkten. Die gewichtigste Kategorie ist Diebstahl mit 16 Kriterien und 1.025 möglichen Punkten, gefolgt von versicherten Schäden (775 Punkte) und versicherten Sachen (450 Punkte). Daneben fließen Schutzbrief, grobe Fahrlässigkeit, Entschädigungsberechnung, Radsport, Obliegenheiten und noch weitere Aspekte ins Urteil ein.
Für die Topnote FFF+ müssen die Tarife Mindeststandards einhalten: Unter anderem müssen sie mit einschließen beziehungsweise versichern:
Ferner müssen sie mindestens drei Jahre lang Neuwert erstatten und beim Schloss ein verkehrsübliches Modell fordern und auf weitere Vorgaben verzichten. Für die Note FFF müssen sie auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit verzichten.
Einige kommen schon in der wichtigsten Kategorie ins Schlingern: „Beim Diebstahl trennt sich die Spreu vom Weizen: Viele Tarife stellen überzogene Anforderungen an das verwendete Schloss oder decken Anhänger, Gepäck oder Zubehör gar nicht oder nur unzureichend ab“, bemängelt Christian Monke, Leiter Ratings Private Risiken bei Franke und Bornberg.
Dort will man von nun an Fahrradversicherungen jedes Jahr neu bewerten. Die Ergebnisse dieser ersten Inspektion finden Sie kostenlos hier.
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