Aktuelle Auswertung

Versicherungen der Deutschen: Privathaftpflicht top, Altersvorsorge flop

Bei der Absicherung kurzfristiger Risiken greifen die Deutschen gerne zu Versicherungen. Anders sieht es bei der Altersvorsorge aus. Das hat eine aktuelle Auswertung des Branchenverbands GDV ergeben.
Büro mit Aktenordnern, Taschenrechner und Dokumenten zum Thema Versicherungen.
© picture alliance / CHROMORANGE | Udo Herrmann
Griff zum Versicherungsordner: Die Privathaftpflicht ist die verbreitetste Versicherung in Deutschland.

Private Haftpflicht (89 Prozent, 2018: 83 Prozent), KFZ-Versicherung (81 Prozent, 2018: 81 Prozent) und Hausratversicherung (78 Prozent, 2018: 76 Prozent) sind die drei Policen, die die Deutschen sich am ehesten zulegen. Das zeigt eine Auswertung des Versicherungsverbands GDV auf Basis der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS). Diese Stichprobe erhebt das Statistische Bundesamt alle fünf Jahre. Auch die Rechtsschutzversicherung ist beliebt, fast jeder zweite Haushalt hat eine (2018: 46 Prozent).

Aufholbedarf gibt es allerdings noch bei der Altersvorsorge, stellt der Verband fest. Kapitallebensversicherungen krebsen bei einem Wert von unter 28 Prozent (2018: 32 Prozent) herum. Und auch die staatlich geförderten Produkte Riester- und Rürup-Renten zeigen sich mit 27 Prozent (2018: 28 Prozent) nicht allzu weit verbreitet. Tendenz sinkend.

Verbreitung der BU-Versicherung steigt, aber nur langsam

„Durch starre Garantien, wenig Flexibilität und ein geändertes Zinsumfeld haben Vorsorgemöglichkeiten wie Riester zunehmend an Attraktivität verloren“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen dazu.

Stabil zeigt sich die private Rentenversicherung, aber auch nur mit einem mickrigen Anteil von rund 23 Prozent (2018: 23 Prozent). Ganz langsam aufwärts geht es mit der Berufsunfähigkeitsversicherung, die einen Wert von knapp 27 Prozent (2018: 26 Prozent) erreicht. Risikolebensversicherungen legen ebenfalls zu mit knapp 19 Prozent (2018: 17 Prozent).

Vor diesem Hintergrund bewertet der GDV das Altersvorsorgereformgesetz als wichtigen Schritt zur Neuordnung der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge. „Die Reform ist ein überfälliger Modernisierungsschritt. Sie kann die zusätzliche Altersvorsorge attraktiver machen. Entscheidend ist aber, dass für staatliche und private Angebote die gleichen Regeln gelten“, sagt Asmussen.

Kritisch findet er, dass der Staat selbst als Anbieter auftritt. „Wenn staatliche Angebote strukturelle Vorteile haben, droht eine Verzerrung des Wettbewerbs“, warnt Asmussen. Gerade dieser Wettbewerb zwischen Anbietern sorge aus Sicht des GDV aber für effiziente und passgenaue Produkte.

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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