Viele haben Pläne und Träume für ihren Ruhestand. Wenn es aber um die finanzielle Planung geht, ist man schnell überfordert. Professionelle Ruhestandsplanung wird aufgrund steigender Lebenserwartung immer wichtiger.
Um sorgenfrei in den Ruhestand zu blicken, braucht es professionelle Ruhestandsplanung. Damit Ihre Kundinnen und Kunden ihr bestes Leben leben können.
Lebensträume verwirklichen, finanzielle Sicherheit stärken: Mit unserer Ruhestandsplanung und hochwertigen Produkten unterstützen Sie Ihre Kundinnen und Kunden optimal – professionell, verlässlich, erfolgreich.
Theo Westarp zeigt im Video, wie man dank guter Beratung und kluger Ruhestandsplanung mehr finanziellen Spielraum für die schönen Dinge hat.
Pfefferminzia: Was bewerten Sie positiv an den jüngsten Änderungen im Rentensystem?
Martin Stenger: Aus meiner Sicht bereitet die Aktivrente den Übergang zu längerem Arbeiten vor. Wer die Rede von Bundeskanzler Friedrich Merz zu Jahresbeginn bei der Deutschen Börse verfolgt hat, weiß, dass eine Rentenreform nicht nur die gesetzliche Rente, sondern die Gesamtversorgungssituation betrachten muss, inklusive betrieblicher und privater Altersvorsorge, mit und ohne Förderung. Je früher die jüngere Bevölkerung über die neue Frühstartrente an diese Denkweise gewöhnt wird, desto leichter fällt später der Übergang. Die Frühstartrente sichert einen guten Grundstock an Versorgung. Diesen Gedanken kann man nur unterstützen.
Die neue Riester-Rente, auch Altersvorsorgedepot genannt, soll ab 2027 die private Altersvorsorge flexibler und renditestärker machen. Wie beurteilen Sie das Konzept?
Stenger: Endlich! Wir als US-Haus konnten die lange Zurückhaltung beim Einbezug der Kapitalmärkte in die geförderte Altersvorsorge nicht nachvollziehen, weil es bereits viele positive risikodiversifizierte Erfahrungswerte aus dem Ausland gibt, etwa der 401k in den USA oder der PEA in Frankreich. Auch in Australien zeigt sich eine gute Performance, weil dort die Systeme so aufgebaut sind, dass bis zu 20 Prozent Alternative Investments beigemischt werden dürfen. Wenn die geförderte private Altersvorsorge leisten soll, was Merz in seiner Rede gesagt hat, müssen wir alle viel performance-orientierter an die Sache herangehen. Immerhin haben wir nun die Möglichkeit im neuen Altersvorsorgedepot mit einer versicherungsfreien Lösung ohne eine Garantie zu agieren. Der Versicherer darf 80 oder 100 Prozent Garantie alternativ anbieten. Es wird sehr spannend sein zu sehen, welche Lösung den Markt dominieren wird.
In welchen anderen Bereichen könnte man mehr Kapitalmarktorientierung durchsetzen?
Stenger: In der betrieblichen Altersversorgung. Dort haben wir fünf teils sehr komplexe Durchführungswege, mit denen sich Berater lange beschäftigen müssen. Wir träumen vom Sozialpartnermodell, weil dort ein Garantieverbot gilt, aber keine flächendeckende Verbreitung existiert. Und wir streiten immer wieder über die Portabilität der bAV bei Berufswechsel. Das geht alles einfacher. Das haben uns andere Länder auch schon vorgemacht. In Großbritannien etwa gibt es ein Opt-out-Modell mit Kapitalmarktnähe und Garantiefreiheit. Die langfristige Perspektive in der Anlage und nicht die kurzfristige Schnelligkeit wird früher oder später auch in die bAV-Welt einziehen.
Eine neue Rentenkommission soll nun ohne Denkverbote Vorschläge für eine große Rentenreform machen. Was erwarten Sie?
Stenger: Das ist nicht die erste Rentenkommission dieser Art, aber noch nie war der Druck so hoch, denn die geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge stehen vor dem Ruhestand. Eigentlich haben wir nur drei zentrale Stellschrauben für die gesetzliche Rente: Länger arbeiten und später in Rente gehen, mehr einzahlen oder das Rentenniveau kürzen. Den Kreis der Einzahler zu vergrößern wäre nur ein kurzfristiger Zeitgewinn, weil dadurch auch neue Rentenansprüche entstehen. Wenn ich nochmal auf die Rede von Herrn Merz zurückkomme, daran kann man genau erkennen, wir bewegen uns in Richtung des Schweizer Modells: eine staatliche umlagefinanzierte Grundrente und der Rest muss über die betriebliche und private Altersvorsorge kommen.
Wie geht es nun weiter mit der Rentenreform?
Stenger: Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat artikuliert, dass wir uns verabschieden müssen von einem Drittel der Lebenszeit für Ausbildung, einem Drittel für Arbeiten und einem Drittel für den Ruhestand. Das wird nicht mehr funktionieren. Aktuell gehen die meisten mit 64 Jahren in Rente, die Lebenserwartung hat sich ebenso wie die Rentenzahlungszeit deutlich verlängert. Die Bruttobeitragsgrenze wurde mehrfach erhöht, das ist letztlich eine versteckte Erhöhung der Beiträge. Ich denke, hier müssen wir noch mit einer weiteren Erhöhung rechnen. Wir sind gespannt, welche Vorschläge die Kommission für eine Rentenreform macht. Sie wird Ergebnisse kurz vor den Landtagswahlen präsentieren. Das wird ein heißer Sommer.
Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.