Umfrage

Elektronische Patientenakte: Noch zu wenig Nutzen

Bei der elektronischen Patientenakte (ePA) gibt es noch viel zu verbessern. Das zeigt eine Umfrage unter gesetzlich Versicherten durch den Verbraucherzentrale Bundesverband. Wo es noch klemmt.
Arzt mit Monitor zeigt elektronische Patientenakte und EKG-Diagramm.
© picture all./CHROMORANGE/Michael Bihlmayer
Die elektronische Patientenakte (ePA) bietet Versicherten noch zu wenig Nutzen.

Obwohl 94 Prozent der gesetzlich Versicherten die elektronische Patientenakte (ePA) kennen, nutzen 71 Prozent) diese nicht aktiv. Woran liegt’s? Die Verbraucher bemängeln vor allem fehlende Funktionen, fehlende Infos und die Freischaltung sei zu kompliziert.

Das hat eine repräsentative Befragung im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) unter 1.037 Personen ab 16 Jahren ergeben, die alle gesetzlich krankenversichert sind.

Noch nicht im Alltag angekommen

„Die elektronische Patientenakte ist noch nicht im Alltag der Menschen angekommen. Das ist wenig überraschend, denn zentrale Funktionen, wie digitale Impf- oder Bonushefte, fehlen weiterhin“, sagt Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands. „Damit die ePA ihr volles Potenzial entfalten kann, muss sie zügig im Sinne der Versicherten weiterentwickelt werden.“

Laut der Umfrage haben 9 Prozent der Versicherten Widerspruch gegen die ePA eingelegt oder sie löschen lassen. Auch Datenschutzbedenken und Sorgen hinsichtlich der Datensicherheit treiben die Befragten dazu.

Teils kritisieren die Verbraucher auch die fehlende Unterstützung zur ePA und unklare Informationen durch die Krankenkassen. Außerdem wurde bemängelt, dass sich nicht immer ausreichend festlegen lässt, wer auf welche Daten zugreifen darf. Mitunter schildern die Versicherten auch, dass Arztpraxen die ePA nicht nutzen oder relevante Behandlungsdaten nicht hochladen.

Was sich Versicherte von der elektronischen Patientenakte wünschen

Die Befragung zeigt, dass Verbraucher sich bei der ePA insbesondere genaue Steuerungsmöglichkeiten wünschen, wer welche Daten sehen darf (68 Prozent). „Versicherte müssen genau einstellen können, welche Praxis Zugriff auf welche Informationen erhält. So möchten Patientinnen und Patienten möglicherweise psychotherapeutische Befunde mit der Hausarztpraxis teilen, jedoch nicht unbedingt mit der Zahnarztpraxis“, sagt Pop.

Ebenfalls wünschen sich die Umfrageteilnehmer digitale Untersuchungshefte (66 Prozent) sowie Hinweise auf Wechselwirkungen von Medikamenten (64 Prozent) und auf fehlende Impfungen (64 Prozent).

Es braucht mehr Aufklärung

Obwohl 94 Prozent der Befragten bereits von der ePA gehört haben, besteht weiter Aufklärungsbedarf. Popp: „Die Krankenkassen und das Gesundheitsministerium müssen die Versicherten verständlich und umfassend zur ePA informieren. Das kam bislang zu kurz.“ Nur 54 Prozent der Versicherten gaben an, dass sie von ihrer Krankenkasse etwas über die ePA gehört hätten.

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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