Kostendebatte

Warnung vor Milliardenlast durch Pflegedeckel

Der PKV-Verband warnt vor einem geplanten Deckel der Pflege-Eigenanteile als Teil der Pflegereform. Laut Berechnungen des WIP könnte das enorme Kosten für künftige Beitragszahler verursachen. Die Details.
Nahaufnahme von älteren und jüngeren Händen, die sich gegenseitig halten, symbolisiert Pflege und Zu.
© rawpixel.com/Freepik
Immer mehr Menschen in Deutschland werden pflegebedürftig.

Eigentlich soll die Pflege-Reform unter anderem die jüngeren Generationen entlasten. Doch eine aktuelle Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) zeigt, dass die geplanten Maßnahmen eher das Gegenteil bewirken könnten.

Finanzielle Probleme in der Pflegeversicherung

Aber von vorn: Worum geht es? Wie die anderen Sozialsysteme in Deutschland auch, hat die soziale Pflegeversicherung finanzielle Probleme. Immer mehr Menschen werden pflegebedürftig. Die Kosten steigen stetig. Die Eigenanteile für die stationäre Pflege ebenso.

Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe hat sich daher Gedanken gemacht, wie eine Pflegereform aussehen könnte. Darunter: Eine Dynamisierung der ambulanten Leistungen und die Einführung eines „Sockel-Spitze-Tauschs“. Mit diesem Pflegedeckel sollen die Eigenanteile in der stationären Versorgung begrenzt werden.

Was würde das für Beitragszahler bedeuten?

Das hat das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) für verschiedene Szenarien bis zum Jahr 2040 ausgerechnet.

Wenn sich die Politik für eine Variante mit einem stationären Pflegedeckel von monatlich anfänglich 1.200 Euro plus ambulanter Inflations-Dynamisierung entscheiden würde, entstünde bis 2040 eine zusätzliche Generationenlast von knapp 102 Milliarden Euro. Davon entfielen 9 Milliarden Euro auf die Jahre 2027 bis 2031 und 93 Milliarden Euro auf die Jahre 2032 bis 2040.

Ein Pflegedeckel von 1.000 Euro monatlich würde die Generationen-Folge bis 2040 auf fast 138 Milliarden Euro steigen lassen.

Bei einem Fokus auf die ambulanten Leistungen und einer nicht inflations-, sondern lohnorientierten Dynamik (kombiniert mit einem stationären Pflegedeckel von 1.200 Euro), läge die Generationen-Folge-Last bis 2040 bei rund 182 Milliarden Euro.

Massive Überforderung der Beitragszahler

„Mit der Pflegereform droht nach dem Rentenpaket der nächste Generationenkonflikt“, sagt PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther. Leistungsausweitungen würden die Beitragszahler, also Arbeitnehmer und Arbeitgeber, „massiv überfordern“, warnt er. „Selbst die vermeintlich moderate Variante führt bis 2040 zu zusätzlichen Belastungen in dreistelliger Milliardenhöhe. Das schadet dem Wirtschaftsstandort.“

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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