Schon wieder teurer

Kosten für Platz im Pflegeheim knacken 5.000-Euro-Marke

Der Trend bleibt ungebrochen – die Kosten für Plätze im Pflegeheim sind erneut kräftig gestiegen und haben nun die Marke von 5.000 Euro übertroffen. Im Monat. Nicht wirklich erbaulich ist auch die Prognose, die das Wissenschaftliche Institut der AOK dazu liefert.
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© picture alliance / Zoonar | Annabell Gsoedl
Krankenschwester pflegt ältere Frau: Die Kosten für Plätze im Pflegeheim sind gestiegen

Die Preise in der Pflege steigen weiter. Jetzt haben die Gesamtkosten für Heimplätze einen neuen zweifelhaften Rekord aufgestellt: Ende 2025 lagen sie um Durchschnitt zum ersten Mal über 5.000 Euro, nämlich bei 5.033 Euro.

  • Davon zahlte die Pflegekasse im Schnitt 1.539 Euro.
  • Zusätzlich gab es für die Bewohner von der Pflegeversicherung 890 Euro für pflegebedingte Eigenanteile in Form von gestaffelten Zuschlägen (nach Wohndauer).
  • 1.044 Euro mussten sie selbst für die Pflege zuzahlen
  • 1.044 Euro wurden für Unterkunft und Verpflegung fällig.
  • 517 Euro betrugen die Investitionskosten.

Das hat das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIDO) ermittelt. Es stellte fest, dass auch der Staat den Trend nicht brechen kann. Obwohl er mehr zuschießt und Leistungen zusätzlich steigen lässt (Dynamisierung), ziehen die Eigenanteile an. Laut WIDO liegt das an den gestiegenen Lohnkosten. Und das liegt wiederum daran, dass Einrichtungen Mitarbeiter nach Tarif bezahlen müssen und diese wegen der Inflation gestiegen sind. Was für die Angestellten zweifellos gute Nachrichten sind. Aber es treibt nun mal die Preise.

Doch wie geht es nun weiter? Dafür haben die Wissenschaftler einige Szenarien durchgespielt. Stiegen die Zuzahlungen jährlich eher mittelstark um 10 Prozent, würden die Eigenanteile bis 2030 auf 1.636 Euro im Monat wachsen. Allerding kommen noch Unterkunft, Verpflegung und Investition hinzu, und die ziehen ebenfalls an.

Ein eher defensives Szenario mit plus 5 Prozent im Jahr sieht die Eigenanteile 2030 bei lediglich 1.291 Euro. Und die Variante mit plus 15 Prozent pro Jahr lässt sie auf 2.050 Euro steigen. Mehr Details zeigt die folgende Grafik.

Gesamtkosten für einen Platz im Pflegeheim nach Leistungszuschlägen bis 2030 (Quelle: WIDO, AOK)
Gesamtkosten für einen Platz im Pflegeheim nach Leistungszuschlägen bis 2030 (Quelle: WIDO, AOK)

Eine weitere Übersicht zeigt die Zukunft der Eigenanteile inklusive Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten:

Gesamtkosten für einen Platz im Pflegeheim inklusive Unterkunft, Verpflegung und Investitionen nach Leistungszuschlägen bis 2030 (Quelle: WIDO, AOK)
Gesamtkosten für einen Platz im Pflegeheim inklusive Unterkunft, Verpflegung und Investitionen nach Leistungszuschlägen bis 2030 (Quelle: WIDO, AOK)

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Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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