Wer in Deutschland Geld in die hochbeliebten börsennotierten Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETF) steckt, kauft dabei zum großen Teil US-amerikanische Aktien und Anleihen aus der Eurozone. Das hat der Investmentverband BVI im Rahmen einer Studie herausgefunden.
Dafür wertete er zur Jahresmitte die ETF-Bestände deutscher Anleger aus.
Und von diesen Beständen liegt fast die Hälfte in den erwähnten US-Aktien. Auf Europa entfiel nur etwa ein Drittel der Anlagen, auf Deutschland gerade einmal 11 Prozent. Damit kann von dem berüchtigten Home Bias, dem Hang zu heimischen Aktien, hier keine Rede sein.
Der Grund liegt für den BVI auf der Hand. ETFs bilden Marktindizes nach, und die sind im Normalfall nach der Größe ihrer Bestandteile aufgebaut. Der US-Aktienmarkt ist der größte Aktienmarkt der Welt – weshalb er in globalen Aktienindizes auch den ebenfalls größten Teil einnimmt. Im angeblich globalen Aktienindex MSCI World (die Meinungen sind geteilt) sind es derzeit 72,5 Prozent.

Der Aufbau nach Größe führt auch dazu, dass bestimmte Branchen und Einzeltitel eine überdurchschnittliche Rolle spielen. So liegt derzeit jeder vierte Euro (26 Prozent) deutscher Aktien-ETF-Anleger in Technologie-Aktien. Erst mit Abstand und 17 Prozent Gewichtung folgt die Finanzbranche.
Auf Einzeltitelebene wundert es kaum, dass der Grafikkarten- und KI-Spezi Nvidia als derzeit weltweit wertvollstes Unternehmen ganz vorn steht. 3,3 Prozent macht er über alle ETFs hinweg in deutschen Portfolios aus, gefolgt von Microsoft (2,9 Prozent) und Apple (2,3 Prozent).
Insgesamt entfällt auf die sogenannten „Magnificent Seven “ – die sieben größten Technologieunternehmen der Welt – mit rund 13 Prozent ein beträchtlicher Teil der ETF-Anlagen deutscher Kunden.
Ganz anders sieht es bei den restlichen Publikumsfonds aus. Dort beträgt der US-Teil lediglich 39 Prozent. Europa macht 52 Prozent aus, und speziell Deutschland über 20 Prozent.
Doch auch die Anleihe-ETFs hat sich der BVI angesehen. Rund 61 Prozent des ETF-Rentenvermögens entfallen auf Anleihen von Emittenten aus der Eurozone, weitere 9 Prozent auf sonstige europäische Länder und 30 Prozent auf den Rest der Welt, vor allem die USA (21 Prozent).
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