- Von Barbara Bocks
- 31.07.2025 um 17:16
Wie Versicherungsvermittler und Makler künstliche Intelligenz (KI) im Alltag einsetzen können, ist ein großes Thema in der Branche. Und seit 2. Februar 2025 sind Teile der europäischen KI-Verordnung (KI-VO) in Kraft. Der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung hat daher einen Praxisleitfaden zur KI-Governance für unabhängige Vermittlerunternehmen veröffentlicht.
Ziel ist es, Versicherungsmaklern sowie Finanzanlagen- und Immobiliardarlehensvermittlern konkrete Hilfe im Umgang mit KI-Systemen zu geben, unter besonderer Berücksichtigung der bereits erwähnten KI-VO.

Dafür nutzen Deutschlands Versicherer KI-Anwendungen – Teil 1
Diese KI-Anwendungen nutzen Versicherer – Teil 2
Wie Künstliche Intelligenz Versicherungsberufe neu definiert
Die KI-VO, die automatisch auch in Deutschland gilt, schafft einen europaweit einheitlichen Rechtsrahmen für vertrauenswürdige KI. Unabhängige Vermittlerinnen und Vermittler sehen sich damit neuen regulatorischen Anforderungen gegenüber, auch wenn die meisten keine Hochrisiko-KI-Systeme einsetzen. Der AfW-Leitfaden bietet deshalb praxisgerechte Vorgaben, wie sich Unternehmen systematisch aufstellen können.
Neue Einordnung von KI-Anwendungen nach Risikostufen
Neu ist insbesondere die systematische Einordnung von KI-Anwendungen nach Risikostufen, wie sie die KI-Verordnung vorsieht: von inakzeptabel bis niedrig. Der Leitfaden hilft dabei, den eigenen KI-Einsatz klar zu definieren, Risiken zu erkennen und geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
Damit fördert er nicht nur die Einhaltung rechtlicher Vorgaben, sondern sensibilisiert auch für ethische und sicherheitsrelevante Aspekte. Themen wie Verantwortlichkeiten, Datenmanagement, menschliche Kontrolle und Transparenz werden ebenso behandelt wie Anforderungen an die interne Dokumentation und Mitarbeiterschulungen.
Niemand kann KI-Verantwortung delegieren
„Mit dem neuen Leitfaden geben wir unseren Mitgliedern ein Werkzeug an die Hand, das auf die Realität in kleinen und mittelgroßen Vermittlerunternehmen zugeschnitten ist“, betont AfW-Vorstand Frank Rottenbacher. „Es geht nicht darum, bürokratische Hürden aufzubauen, sondern um Orientierung und Praktikabilität. Gerade im Umgang mit sensiblen Kundendaten ist ein bewusster und verantwortungsvoller KI-Einsatz entscheidend für das Vertrauen in unsere Branche.“
Der Leitfaden verdeutlicht auch, dass niemand die Verantwortung für den KI-Einsatz delegieren kann: Das Leitungsorgan eines Unternehmens bleibt stets letztverantwortlich. Gleichzeitig bietet der AfW Hilfe bei der Umsetzung: von der Festlegung interner Zuständigkeiten über Schulungskonzepte bis zur Integration in bestehende Compliance-Strukturen.
Den KI-Leitfaden des AfW können Sie sich hier herunterladen.

0 Kommentare
- anmelden
- registrieren
kommentieren