Steigende Risiken

Talanx-Vorstand will versichern ohne Staat, aber mit Geduld

Das Vorstandsmitglied der Talanx, Edgar Puls, hat sich gegenüber dem „Handelsblatt“ zu steigenden Risiken und neuen Geschäftsfeldern in der Wirtschaft geäußert. Seiner Meinung nach kann man alles regeln, und zwar ohne den Staat, dafür aber mit etwas Geduld und Verständnis.
Talanx-Vorstand Edgar Puls
© Talanx
Talanx-Vorstand Edgar Puls

Auch wenn Zahl und Heftigkeit von Schäden derzeit zunehmen, sollten die Privatwirtschaft und vor allem die Versicherungsbranche diese Probleme allein in den Griff bekommen. Den Staat dabei um Hilfe zu bitten, ist falsch. Das findet zumindest Edgar Puls, Chef des Industrieversicherers HDI Global und Vorstandsmitglied beim Mutterkonzern Talanx, in einem Interview mit dem „Handelsblatt“.

Der Staat könne nicht unendlich Geld bereitstellen, gibt der Manager zu bedenken. Weshalb er es wichtig findet, dass man viele Risiken bestmöglich privatwirtschaftlich absichern sollte. Sprich: über Versicherer. Allerdings sei die Zeit der steigenden Prämien angesichts der zunehmenden Schäden durch Naturkatastrophen noch nicht vorbei. In seinen Augen der Preis für den Klimawandel.

Versicherer sollten mit den von ihnen versicherten Unternehmen zusammenarbeiten. In Puls‘ Augen ist das zumindest bei seinem Konzern bereits der Fall: „Wir versuchen auf Basis einer individuellen Risikobetrachtung gemeinsam mit den Kunden, eine ausgewogene Balance aus Präventionsmaßnahmen, Selbstbehalten und Versicherungsprämien zu finden.“

Allerdings räumt Puls auch ein, dass man zuweilen Geduld braucht. Denn in manchen rasant entwickelnden Geschäftsgebieten dauert es offenbar eine gewisse Zeit, um das nötige Know-how aufzubauen, damit man sie vernünftig versichern kann. Hier nennt er als Beispiele Windparks an Land und auf dem Wasser, Solar- und Wasserstoffanlagen und Batterien als Energiespeicher.

Aber auch das derzeit das von manchen Unternehmen heiß erforschte autonome Fahren erschaffe eine neue Welt, in der man sich erst einmal zurechtfinden müsse. „Wenn ein Sensor in vielen Tausend Autos verbaut wird und ein Schadensfall eintritt, betrifft es nicht nur einen Fahrzeughalter, sondern möglicherweise viele Hundert Autos“, so Puls. Weshalb er Unternehmen bittet, sie mögen Versicherer doch möglichst früh in ihre Projekte einbinden.

Mehr zum Thema

HDI Global hebt Schadenmanagement in den Vorstand

Der Versicherer HDI Global bekommt zum 1. April 2024 zwei neue Vorstandsmitglieder. Barbara Klimaszewski-Blettner ist…

Kunden schimpfen über Teslas KFZ-Versicherung

Seit 2019 bietet der US-Autobauer Tesla um Milliardär Elon Musk eine KFZ-Versicherung an. Die Versprechen…

Bafin sorgt sich um Versicherbarkeit von Cyberrisiken

Es war ein nachdenklicher Frank Grund, den das Fachpublikum am Dienstag auf dem Euroforum-Haftpflichtkongress in…

Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

Teilen:
Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert