Roland Rechtsreport

Immer weniger Bundesbürger vor Gericht

Das Vertrauen der Deutschen in ihr Rechtssystem ist nach wie vor stabil. Trotzdem gibt es Kritik, zeigt der aktuelle Rechtsreport des Rechtsschutzversicherers Roland.
© picture alliance / CHROMORANGE
Richterhammer: Immer weniger Deutsche landen vor Gericht, zeigt der aktuelle Rechtsreport von Roland.

67 Prozent der Bürgerinnen und Bürger hierzulande haben hohes Vertrauen in die deutschen Gerichte und Gesetze. Das zeigt der aktuelle Rechtsreport des Rechtsschutzversicherers Roland. Das Vertrauen liegt damit seit zehn Jahren auf einem stabil hohen Niveau.

„Das große Vertrauen in unser Rechtssystem ist ein hohes Gut, welches wir schützen müssen. Gerade da andere Institutionen – seien es Bundesregierung und Verwaltung, Medien oder Kirchen – viel Vertrauen bei den Menschen verloren haben“, sagt Tarja Radler, Vorständin von Roland Rechtsschutz.

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Kritik hagelt es aber trotzdem. 82 Prozent der Befragten finden, dass Verfahren in Deutschland zu lange dauern. 77 Prozent sehen die Gerichte zunehmend als überlastet an. 62 Prozent glauben außerdem, dass ein bekannter Anwalt die Chancen vor Gericht auf ein günstiges Urteil erhöht.

Ein weiteres Ergebnis des Reports: Nur 23 Prozent der Bevölkerung waren in den vergangenen zehn Jahren an einem Gerichtsprozess beteiligt, ob als Zeuge, Kläger oder Beklagter. Zwischen 2011 und 2015 lag der Wert noch bei 29 Prozent. Das könnte auch daran liegen, dass Schlichtung und Mediation interessanter für Streitparteien werden.  So sind im aktuellen Report 55 Prozent der Befragten überzeugt, dass sich mit der außergerichtlichen Streitbeilegung viele Konflikte einvernehmlich beilegen lassen.

Mehrheit sieht Spaltung der Gesellschaft

Neben den Einstellungen zum deutschen Rechtssystem widmet sich der Roland Rechtsreport auch den Sorgen der Bevölkerung. Danach sind sich 85 Prozent der Befragten einig, dass eine positive Zukunft Deutschlands vor allem von der weiteren Entwicklung der wirtschaftlichen Lage abhängt.

79 Prozent sehen die Gesellschaft als tief gespalten. Sie glauben, dass sich verschiedene Bevölkerungsgruppen bei vielen Themen unversöhnlich gegenüberstehen. Drei Viertel sehen diese Spaltung als Bedrohung für den gesellschaftlichen Frieden und sind diesbezüglich stark beunruhigt.

„Viele Menschen im Land haben den Glauben daran verloren, dass wir die Gräben in unserer Gesellschaft durch den Austausch miteinander überwinden können“, sagt Radler. Nur noch 36 Prozent sind davon überzeugt, dass Diskussionen zu Fortschritten und Kompromissen führen, wenn sich Menschen mit unterschiedlichen Weltanschauungen gegenüberstehen.

Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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