Demografisches Problem

IW ermittelt weitere Lücke von 34 Milliarden Euro für 2035

Die Volkswirte vom Institut der deutschen Wirtschaft haben sich mit den Rentenplänen der Regierung befasst. Dabei kommen sie auf eine Finanzlücke, die in der Form nirgendwo auftaucht. Außerdem haben sie mal ermittelt, wie groß das Generationenkapital sein müsste, um einige Löcher zu stopfen.
Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will in den kommenden Tagen das Rentenpaket vorstellen und damit die gesetzliche Rente reformieren
© picture alliance/dpa | Hannes P Albert
Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will in den kommenden Tagen das Rentenpaket vorstellen und damit die gesetzliche Rente reformieren

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat die Pläne der Bundesregierung für die gesetzliche Rente durchgerechnet. Mit dem Ergebnis, dass im Jahr 2035 wohl 34 Milliarden Euro mehr als bisher angenommen in der Rentenkasse fehlen werden. Davon müssten – nach heutigem Kräfteverhältnis – die Beitragszahler 26,3 Milliarden Euro stemmen und der Bund knapp 8 Milliarden Euro. Denn 77 Prozent der Renten speisen sich aktuell aus Beiträgen, der Rest kommt vom Bund.

Damit dürfte aber der Rentenbeitrag nicht nur bei 21,1 Prozent landen, wie die Bundesregierung in ihrem Rentenversicherungsbericht bis 2035 eigentlich veranschlagt hat. Sondern er müsste auf 22,3 Prozent steigen. Derzeit liegt er bei 18,6 Prozent.

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Hintergrund: In ihrem Bericht rechnet die Regierung damit, dass die Beitragssätze bis Ende 2027 stabil bei 18,6 Prozent bleiben. Bis 2030 sollen sie auf 20,2 Prozent steigen und bis 2037 auf die erwähnten 21,1 Prozent. Das Rentenniveau würde „ohne gegenläufige Maßnahmen“ sinken: bis 2030 auf 46,9 Prozent und bis Ende 2037 auf 45,0 Prozent. In den kommenden Tagen will Arbeitsminister Hubertus Heil das sogenannte Rentenpaket II vorstellen. Es soll die Rente zukunftssicher reformieren.

2035 würde das Rentenniveau laut IW bei 45,4 Prozent liegen. Dann wären aber laut „einer einfachen Überschlagsrechnung“ rund 631 und nicht die erwarteten 597 Milliarden Euro fällig – was die erwähnte Lücke von 34 Milliarden Euro erzeugen würde.

Im selben Atemzug überschlagen die IW-ler, wie groß das Generationenkapital sein müsste. Es soll ja am Kapitalmarkt investiert sein und über laufende Erträge die Rente stützen.

Folgende Rechnung wäre das dann: Würde die Regierung den Beitrag bei 22 Prozent halten wollen, müsste sie ab 2035 etwas hinzubuttern. Nämlich laut obiger Rechnung 0,3 Prozentpunkte. Das wären laut IW 6,7 Milliarden Euro. Würde man sogar bei den geplanten 21,1 Prozent bleiben wollen, wären 1,2 Punkte und damit 26,3 Milliarden Euro nötig. Tendenz – aus bekannten Gründen – steigend.

Bei einer – absolut realistischen – laufenden Rendite von 3 Prozent, müsste das Generationenkapital 223 Milliarden Euro betragen, um die 0,3 Prozentpunkte beizusteuern. Für 1,2 Prozentpunkte wäre es ein Vermögen von 877 Milliarden Euro. Auch hier: Tendenz steigend.

Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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