Vor allem Aktien sind noch eher Männersache

Frauen trauen sich in Finanzdingen wenig zu

Zwar planen und verwalten oft eher Frauen allein die monatlichen Einnahmen und Ausgaben als Männer, doch noch immer zeigen sich bei Finanzwissen und Anlagepräferenzen geschlechtsspezifische Unterschiede. Das zeigt eine aktuelle Umfrage.
© Readly
Frauen schätzen ihr Finanzwissen oft geringer ein als Männer.

Fast jede zweite Frau hierzulande (46 Prozent) glaubt, finanziell nicht kompetent zu sein. Bei den Männern schätzt hingegen nur ein Drittel das eigene Finanzwissen nicht so hoch ein. Zu diesen Ergebnissen gelangt eine aktuelle Yougov-Umfrage im Auftrag von Readly, einem digitalen Kiosk für Zeitungen und Magazine.

Demnach planen allerdings 43 Prozent der Frauen, aber nur 37 Prozent der Männer ihr monatliches Finanz-Budget allein. Auch bei Ausgaben übernehmen 60 Prozent der Frauen die Verantwortung, aber nur 55 Prozent der Männer. Jeweils etwas mehr als ein Viertel (Frauen 28 Prozent, Männer 30 Prozent) verwalten das Budget zusammen mit dem Partner.

Welche Anlagen bevorzugt werden

Drei Viertel der Deutschen legen Geld beiseite und bei 23 Prozent der Sparenden sind es monatlich Summen zwischen 101 und 500 Euro. Weitere 17 Prozent sparen sogar noch höhere Beträge. Hier zeigen sich jedoch wieder geschlechtsspezifische Unterschiede: Während 47 Prozent der Männer Summen über 101 Euro monatlich zurücklegen, tun dies nur 32 Prozent der Frauen.

Bei der Art der Investitionen sind sich Männer wie Frauen recht einig: Die beliebteste Anlageform ist nach wie vor das risikoarme Sparkonto (Frauen: 34 Prozent, Männer 32 Prozent). Wertpapiere sind in Deutschland dagegen Männersache, 17 Prozent legen hier an, doch nur 7 Prozent der Frauen.

Frauen sollten sich mehr trauen

Insgesamt zeigt sich aber dennoch, dass bei risikobehafteten Anlagen wie Aktien Männer deutlich anlegefreudiger sind: 26 Prozent von ihnen investieren in diese Anlageformen, wohingegen es bei den Frauen nur 12 Prozent sind. Besorgniserregend ist, dass 46 Prozent der Frauen angeben, nicht zu investieren, weil ihnen die finanziellen Mittel fehlen. Bei den Männern geben diesen Grund lediglich 31 Prozent an.

„Frauen sollten sich trauen, so früh wie möglich die Vorteile des Aktienmarkts für ihre Altersvorsorge zu nutzen“, betont auch die Finanzberaterin und Bloggerin Hava Misimi. „Denn der Zinseszins-Effekt geht eher auf Zeit als auf die Summe, die man investiert. Früh anfangen lohnt sich daher sehr stark – auch mit kleinen Summen.“

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Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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