Viele Menschen hierzulande müssen oft lange auf einen Arzttermin warten. Ganz unschuldig an dieser Lage sind die Patienten aber nicht, kritisieren die Ärzte. So geben sieben von zehn Arztpraxen an, dass sie Probleme mit verpassten Terminen haben. Bei 40 Prozent der Betroffenen geht es um 5 bis 10 Prozent aller Termine. In manchen Praxen sogar um jeden fünften Termin.
Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (kostenpflichtig) auf Basis einer Online-Umfrage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). KBV-Chef Andreas Gassen bringt angesichts dieser Zahlen nun eine Art Strafgebühr ins Spiel. Er fordert eine „von den Kassen zu entrichtenden Ausfallgebühr, wenn deren Versicherte Termine vereinbaren und dann nicht wahrnehmen“.
Bei den Krankenkassen kommt die Idee nicht so dolle an. „Wir können den Ärger vieler Arztpraxen über nicht abgesagte beziehungsweise wahrgenommene Arzttermine gut nachvollziehen. Insbesondere im fachärztlichen Bereich werden Termine ja oft Monate im Voraus vergeben und können nicht einfach kurzfristig von anderen Versicherten übernommen werden“, sagt Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands.
Und weiter: „Mit Blick auf die vielen anderen Patientinnen und Patienten, die wochen-, ja monatelang auf Arzttermine warten müssen, ist das höchst unsolidarisch. Daher lehnen wir aber auch die Forderung der KBV ab, dass die Versichertengemeinschaft dafür eine pauschale Ausfallgebühr zahlen soll.“ Um die Termintreue der Patientinnen und Patienten zu erhöhen, hätten sich ein gutes Terminmanagement und elektronische Erinnerungsservices im Vorfeld bewährt, so Reimann weiter.
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