Aktuelle Zahlen vom BVI

Diese Renditen brachten Aktienfonds kurz- und langfristig

Wer Aktienrenditen in die Beratung einfließen lassen will, benötigt dafür Anhaltspunkte. Die liefert jetzt der Investmentverband BVI mit aktuellen Zahlen. Sie zeigen außerdem einmal mehr, dass selbst knackige Krisen den langfristigen Renditen am Aktienmarkt nichts anhaben können.
Aktienhändler an der Börse Stuttgart im Jahr 2005 (gut an den Monitoren zu erkennen)
© picture-alliance/ dpa/dpaweb | Norbert_Foersterling
Aktienhändler an der Börse Stuttgart im Jahr 2005 (gut an den Monitoren zu erkennen)

Es ist das alte Berufsproblem: Wenn Berater über Altersvorsorge reden und sie vor allem berechnen wollen, müssen sie theoretische Renditen ansetzen. Niemand kennt die Zukunft, aber es gibt Anhaltspunkte. Solche Anhaltspunkte hat jetzt der Investmentverband BVI frisch geliefert.

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Die neue Statistik enthält kurz- und langfristige Renditen ausgewählter Fondskategorien. Es sind die Durchschnitte der darin enthaltenen einzelnen Fonds. Die Zahlen reichen bis 30 Jahre und sind per Ende Juni 2023 berechnet. Im Folgenden wollen wir einige aussagekräftige von ihnen herauspicken.

5 Jahre

Definitiv eine gute Nachricht: Die Zahlen sind überhaupt nicht so schlecht, wie man anhand der ständigen Krisen meinen möchte. Denn der Zeitraum enthält die Corona-Krise nebst anschließender Inflations- und Energiekrise gepaart mit krass gestiegenen Zinsen. Doch nur den Deutschland-Aktienfonds und den Schwellenländern sieht man das so richtig an. Und so schnitten unsere Beispiel-Kategorien ab:

  • Aktienfonds Deutschland: 2,6 Prozent pro Jahr
  • Aktienfonds Europa: 5,2 Prozent pro Jahr
  • Aktienfonds global: 6,7 Prozent pro Jahr
  • Aktienfonds Schwellenländer: 2,0 Prozent pro Jahr
10 Jahre

Hier kommt nicht sonderlich viel Krisengeflüster hinzu. Im Grunde bewegten sich die Aktienmärkte von 2013 bis 2018 recht konsequent aufwärts. Nur ein turbulenter Winter/Frühling 2016 sorgte für kurzfristige Verstimmung. Entsprechend saftig sehen auch die Renditen aus:

  • Aktienfonds Deutschland: 6,0 Prozent pro Jahr
  • Aktienfonds Europa: 7,0 Prozent pro Jahr
  • Aktienfonds global: 7,7 Prozent pro Jahr
  • Aktienfonds Schwellenländer: 3,6 Prozent pro Jahr
20 Jahre

Nun kommt der Zeitraum von 2003 bis 2013 mit hinzu. Der enthält einen sagenhaften Aufschwung nach dem heftigen Crash von 2000 bis 2003. Dann folgte jedoch 2008/09 die bisher beispiellose Finanzkrise mit weltweit mehr als halbierten Aktienkursen. Ein paar Jahre später griff die Eurokrise um sich, auf die die Europäische Zentralbank (EZB) mit stetig sinkenden Zinsen antwortete. Und so liefen die Aktienfonds:

  • Aktienfonds Deutschland: 7,3 Prozent pro Jahr
  • Aktienfonds Europa: 5,9 Prozent pro Jahr
  • Aktienfonds global: 6,5 Prozent pro Jahr
  • Aktienfonds Schwellenländer: 6,9 Prozent pro Jahr
30 Jahre

Und am Ende der längste hier verfügbare Zeitraum. Nun kommt noch der damals drei Jahre lange Aktiencrash hinzu (nebst Absturz der Deutschen-Telekom-Aktie). Aber es gab davor auch einen jahrelangen Aufschwung ab 1993, nur unterbrochen von scharfen Kurseinschnitten durch die Russland- und Asien-Krise 1998 und die Pleite des Hedgefonds Long Term Capital Management (LTCM) im selben Jahr.

  • Aktienfonds Deutschland: 6,7 Prozent pro Jahr
  • Aktienfonds Europa: 5,6 Prozent pro Jahr
  • Aktienfonds global: 7,1 Prozent pro Jahr
  • Aktienfonds Schwellenländer: keine Daten (25 Jahre: 8,3 Prozent pro Jahr)

Mehr Fondskategorien und mehr Zeiträume gibt es hier.

Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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