Mentale Probleme in Deutschland

Inflation, Krieg und Soziale Medien machen krank

Der Versicherer Axa wollte ein drittes Mal wissen, wie es um die geistige Gesundheit der Deutschen bestellt ist: Im europäischen Vergleich offenbar nicht allzu gut. Vor allem junge Frauen haben Probleme mit der Psyche – woran einige aktuelle Entwicklungen großen Anteil haben.
Mädchen mit Smartphone: Soziale Medien verschlechtern die emotionale Verfassung
© picture alliance / ROBIN UTRECHT
Mädchen mit Smartphone: Soziale Medien verschlechtern die emotionale Verfassung

Bei der Axa macht man sich Sorgen um den emotionalen Zustand der Deutschen. Auslöser dafür ist der „Mental Health Report“, den der Versicherer zum dritten Mal erstellt hat. Grundlage ist eine repräsentative Umfrage, die die Meinungsforscher von Ipsos in 16 Ländern durchführten, eines davon ist Deutschland.

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Die Ergebnisse haben es in sich: Zum Beispiel sagen mehr als vier von zehn jungen Frauen (41 Prozent) zwischen 18 und 34 Jahren, dass sie unter Depressionen, Angststörungen, Essstörungen, Zwangsneurosen oder anderen psychischen Erkrankungen leiden. Insgesamt gibt jeder dritte Befragte an (32 Prozent), mental erkrankt zu sein. Damit liegt Deutschland zusammen mit Großbritannien von den untersuchten europäischen Ländern ganz vorn. In Frankreich liegt die Quote bei lediglich 19 Prozent.

Doch was drückt denn so stark auf die Psyche? Hier offenbart der Bericht einige Schnittmengen:

  • 89 Prozent nennen steigende Preise (Inflation)
  • 81 Prozent: der Krieg
  • 76 Prozent: der Zustand der Wirtschaft

Die nächsten zwei Einflüsse lassen sich hingegen direkt den sogenannten Sozialen Medien zuordnen. Denn jeweils 75 Prozent der jungen Leute unter 25 Jahren haben Probleme mit ihrem eigenen Körperbild beziehungsweise mit gesellschaftlichen Erwartungen. 63 Prozent sagen sogar direkt, dass die Sozialen Medien und das dauerhafte Online-Sein ihre emotionale Verfassung verschlechtern.

Immerhin blicken 47 Prozent der jungen Leute optimistisch in die Zukunft. Um das eigene Leben zu verbessern, suchen:

  • 19 Prozent den perfekten Job
  • 18 Prozent mentale Gesundheit
  • 15 Prozent körperliche Gesundheit
  • 15 Prozent Reichtum

Obwohl weit verbreitet, sind psychische Probleme offenbar noch immer mit einem gewissen Schamgefühl verbunden. Nur 24 Prozent der Befragten, finden, dass das damit verbundene gesellschaftliche Stigma abgenommen hat. Bei den Älteren (44 bis 74 Jahre) sind es sogar noch weniger.

Dafür kommen vor allem die 65- bis 74-Jährigen mental eher stabil daher. Nur 17 Prozent geben an, erkrankt zu sein. 68 Prozent fühlen sich nach eigener Aussage mit sich selbst wohl. Weit über die Hälfte sagt, dass sie kontrolliert, wie sich die Dinge auf ihr psychisches Wohlbefinden auswirken (66 Prozent). Was in der Studie nicht genannt wird, aber durchaus eine Rolle spielen dürfte: In diesem Alter brauchen die meisten nicht mehr zu arbeiten.

Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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