Das Deutsche Finanz-Service Institut (DFSI) hat sich in seiner Studie „Vollkostentarife in der PKV 2022“ mit Tarifen für private Krankenversicherungen (PKV) befasst. Und die Sieger heißen Hanse-Merkur, Arag, Continentale, R+V, Hallesche und Barmenia. Jeder dieser vier Versicherer schnitt in einer der betrachteten Kategorien am besten ab, drei von ihnen punktegleich in derselben.
Diese Kategorien wiederum lauten Grund-, Standard- und Premiumschutz sowie Beamtentarife. Die Basis- und Standardtarife ließ das DFSI außer Acht. Sie seien keine originären PKV-Tarife, heißt es als Grund, stattdessen lehnten sie sich direkt an die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) an. Somit umfasst die Studie Angebote von 20 Krankenversicherern, die 92 Prozent des PKV-Marktes abdecken.
Als Kriterien berücksichtigten die Analysten zu 60 Prozent die Leistungen, zu 25 Prozent die Prämienhöhe und zu 15 Prozent die Finanzkraft des Versicherers. Bei den Leistungen ging es anhand der Tarifbedingungen um 13 Teilbereiche, die wiederum unterschiedlich gewichtet sind, je nachdem wie wichtig sie sind. Die Prämienhöhen ermittelten sie über mehrere Musterkunden im Verhältnis zum günstigsten Anbieter.
Schon die Grundschutz-Tarife bieten laut Studie mehr als die gesetzlich vorgeschriebenen Basis- und Standardtarife – etwa freie Krankenhauswahl. Außerdem verlangt das DFSI, dass die Tarife bei ambulanten Arztbesuchen auch jene Kosten erstatten, die über der Gebührenordnung liegen. Bei Zahnbehandlungen muss der Tarif mindestens 80 Prozent der Kosten übernehmen, bei Zahnersatz mindestens 60 Prozent. Außerdem darf der jährliche Selbstbehalt höchstens bei 500 Euro liegen.

Die Hanse-Merkur belegt mit der Gesamtnote „Exzellent (0,9)“ den ersten Platz. Barmenia und Hallesche kamen mit jeweils „Sehr Gut (1,1)“ gemeinsam auf Platz 2. Dahinter drängen sich vier Anbieter – Axa, Continentale, Debeka und Württembergische – mit „Sehr Gut (1,2). Aber noch sieben weitere Anbieter erreichten ebenfalls ein „Sehr Gut“.
Dort verlangte das DFSI höhere Leistungen als beim Grundschutz. Zum Beispiel muss der Tarif bei Klinikaufenthalten mindestens ein Zwei-Bett-Zimmer komplett bezahlen. Bei Zahnbehandlungen muss er mindestens 90 Prozent der Kosten und beim Zahnersatz mindestens 75 Prozent übernehmen. Wie beim Grundschutz zahlt auch der Standardschutz beim ambulanten Arztbesuch über die Regelhöchstsätze der Gebührenordnung hinaus. Außerdem müssen die Standardtarife die Kosten für Heilpraktiker erstatten. Und wer direkt zum Facharzt geht, muss ebenfalls alles ersetzt bekommen.

In der Kategorie kamen Arag, Continentale und R+V jeweils mit der Note „Sehr Gut (1,2)“ gemeinsam auf den ersten Platz. Weitere acht Anbieter erreichten ebenfalls die Note „Sehr gut“ in unterschiedlichen Stufen.
Seite 2: Premiumschutz und Beamtentarife
In dieser Königsdisziplin, wie die Analysten die Kategorie auch nennen, darf der jährliche Selbstbehalt nicht über 350 Euro liegen. In der Klinik müssen die Tarife auch Einbettzimmer voll bezahlen. Und beim Zahnarzt übernehmen sie mindestens 90 Prozent der Kosten und bei Zahnersatz mindestens 80 Prozent. Es werden alle Honorare erstattet, die über den Höchstsätzen der Gebührenordnungen liegen. Und wie beim Standardschutz zahlt der Versicherer Facharzthonorare auch bei Direktkonsultation komplett.

Gleich drei Versicherer schnitten in dieser Kategorie „Exzellent“ ab. Die Hallesche kam dabei mit „Exzellent (0,8)“ auf Platz 1, die Continentale mit „Exzellent (0,9)“ auf Platz 2. Mit 1,0 ebenfalls „Exzellent“ kam die Arag auf Platz 3. Elf Anbieter schnitten „Sehr Gut“ ab.
Weil Beamte von ihren Dienstherren Zuschüsse zu Krankheitskosten erhalten, müssen die PKV-Tarife insgesamt nicht mehr so viel tragen. Das senkt die Prämien, weshalb Beamten-Tarife laut Studie spürbar günstiger sind als normale PKV-Tarife.

In der Kategorie schnitt die Barmenia mit der Gesamtnote „Exzellent (1,0)“ am besten ab. Axa und Huk-Coburg kamen jeweils mit „Sehr Gut (1,2)“ gemeinsam auf Platz 2. Außerdem gab es zwölfmal die Note „Sehr Gut“ in verschiedenen Stufen. Sechs Versicherer bekamen ein „Gut“.
Mehr Informationen zur Studie finden Sie hier.
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