GKV-Defizit womöglich noch höher

TK-Chef schließt erneute Beitragserhöhung nicht aus

Dass die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ein Finanzproblem hat, ist bekannt. Doch laut TK-Chef Jens Baas könnte es größer sein als bisher angenommen. „Es kann daher durchaus sein, dass es nicht bei der von Minister Lauterbach genannten Beitragsanhebung um 0,3 Prozentpunkte bleibt“, wird Baas in einem Medienbericht zitiert.
© TK
Ist Vorstandsvorsitzender bei der Techniker Krankenkasse: Jens Baas.

Schlechte Nachrichten für gesetzlich Krankenversicherte – und die überbringt Jens Baas, Chef der Techniker Krankenkasse (TK): „Es ist leider nicht ausgeschlossen, dass das Defizit in der Krankenversicherung noch höher ausfällt als die bisher vermuteten 17 Milliarden Euro, wobei die Dimension noch unklar ist“, sagte Baas dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Freitag.

Laut Baas wird die Krankenversicherung durch die Inflation unterm Strich belastet, weil die Kostensteigerungen höher seien als die Mehreinnahmen durch bessere Lohnabschlüsse.Es kann daher durchaus sein, dass es nicht bei der von Minister Lauterbach genannten Beitragsanhebung um 0,3 Prozentpunkte bleibt“, führte er gegenüber dem RND aus.

In seinen Augen sei es jedoch „nicht akzeptabel“, den Versicherten auch noch deutlich steigende Sozialbeiträge zuzumuten“ – dies gelte insbesondere mit Blick auf die Pflegeversicherung. „Klar ist auch, dass diese Beitragsanhebungen nur ein Vorgeschmack darauf sind, was 2024 notwendig sein wird, wenn nicht endlich nachhaltige Reformen kommen“, so Baas weiter.

Lauterbachs bisherige Reformschritte seien ein „Stückwerk“. Der Kassenchef verglich sie zudem mit einem „Pflaster auf einer eiternden Wunde“: So sei zwar das Problem nicht mehr zu sehen, aber in Wirklichkeit wird alles noch viel schlimmer“.

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Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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