Babyboomer-Effekt

30 Prozent der jetzigen Arbeitnehmer gehen in den nächsten 15 Jahren in Rente

Der Fachkräftemangel in Deutschland droht sich in den kommenden Jahren weiter zu verschärfen – allein schon aus demografischen Gründen. So gehen knapp 30 Prozent der heutigen Erwerbspersonen hierzulande in den nächsten 15 Jahren in Rente, ohne vollwertig ersetzt zu werden, wie Daten des Statistischen Bundesamts zeigen.
© dpa/picture alliance
Deutschland verliert zunehmend Menschen im erwerbsfähigen Alter.

Deutschland bekommt bald den Babyboomer-Effekt zu spüren: Knapp 13 Millionen Erwerbspersonen werden bis 2036 das Renteneintrittsalter überschritten haben, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) meldete. Dies entspreche knapp 30 Prozent der dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehenden Erwerbspersonen, bezogen auf das Berichtsjahr 2021.

Der Grund für diesen hohen Bald-Rentner Anteil ist, dass in den nächsten 15 Jahren die zahlenmäßig stärksten Jahrgänge, geboren zwischen 1957 und 1969, in den Ruhestand gehen – die sogenannten Babyboomer.

Mehr zum Thema

Deutschland gehen die jungen Menschen aus

In Deutschland leben so wenig junge Menschen wie nie zuvor: Gut 8,3 Millionen Menschen befanden…

Altersvorsorge kommt in den Köpfen an

Die Diskussion um Demografie und wackelnde Rentensysteme zeigen Wirkung: Das Thema Altersvorsorge ist präsent. Mehr…

Arbeitgebervertreter fordert Rente mit 70

Der Chef des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Stefan Wolf, hat sich zum Eintrittsalter in die gesetzliche Rente…

Schon jetzt ist klar, dass die jüngeren Altersgruppen die ältere zahlenmäßig nicht ersetzen werden können. So reiche beispielsweise die noch relativ große Gruppe der 30- bis 34-Jährigen „im Umfang der Erwerbspersonen nicht mehr an die älteren der Babyboomer heran“, berichten die Autoren (siehe Grafik). Und selbst wenn die beiden Altersgruppen der 15- bis 19-Jährigen sowie der 20- bis 24-Jährigen nach Abschluss ihrer Ausbildung vollumfänglich für den Arbeitsmarkt aktiviert werden könnten, so machten sie laut Destatis 2021 gerade einmal 8,4 Millionen Erwerbspersonen aus.

Erwerbsanteil bei Frauen deutlich geringer

Erschwerend kommt hinzu, dass die Erwerbsbeteiligung der Frauen noch immer deutlich niedriger ist als die der Männer. Für die Bevölkerung zwischen 30 und 39 Jahren lag die Erwerbsquote der Frauen laut den Angaben rund 11 Prozentpunkte niedriger als die der Männer. Für die Altersgruppen zwischen 40 und unter 65 Jahren lag die Differenz im Schnitt bei etwas über 8 Prozentpunkten. „Eine größere Arbeitsmarktpartizipation von Frauen könnte somit zur Aktivierung eines insgesamt größeren Erwerbspersonenpotenzials beitragen“ schlussfolgern die Statistiker.

Autor

Lorenz

Klein

Lorenz Klein gehörte dem Pfefferminzia-Team seit 2016 an, seit 2019 war er stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Im Oktober 2023 hat Klein das Unternehmen verlassen, um sich neuen Aufgaben in der Versicherungsbranche zu widmen.

Teilen:
Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Pfefferminzia