Rund 441 Milliarden Euro

Gesundheitsausgaben auf neuen Höchststand gestiegen

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland sind im Corona-Jahr 2020 auf einen neuen Höchststand von 440,6 Milliarden Euro gestiegen – ein Plus von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das meldet das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis neuester verfügbarer Zahlen. Für 2021 erwarten die Statistiker einen weiteren deutlichen Anstieg.
© picture alliance/dpa | Boris Roessler
Kostentreiber Corona: Eine Intensiv-Pflegekraft steht im Februar 2022 am Bett eines an Covid erkrankten Patienten auf der Corona-Intensivstation des Klinikums in Fulda.

Die Gesundheitsausgaben pro Kopf sind in Deutschland im Corona-Jahr 2020 erstmals auf einen Wert über 5.000 Euro gestiegen. Das ergaben Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis), das die Berechnungen seit 1992 regelmäßig anstellt. Demnach lagen die Gesundheitsausgaben 2020 mit insgesamt 440,6 Milliarden Euro um 26,8 Milliarden Euro oder 6,5 Prozent höher als 2019.

Für das Jahr 2021 erwartet das Statistische Bundesamt auf Basis bereits vorliegender und fortgeschriebener Werte einen weiteren Anstieg der Gesundheitsausgaben auf 465,7 Milliarden Euro. Das wären 25,1 Milliarden Euro oder 5,7 Prozent mehr als im Jahr 2020. „In Bezug auf die Corona-Pandemie werden insbesondere die Ausgaben für Testungen und die Impfkampagne einen maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der Gesundheitsausgaben haben“, heißt es hierzu aus Wiesbaden.

Weitere Berechnungen zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Gesundheitsaus­gaben in Deutschland für das Jahr 2021 können erst durchgeführt werden, wenn für die Ausgabenträger detailliertere Daten vorliegen.

Auch der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) befand sich 2020 mit 13,1 Prozent auf einem hohen Niveau, was einem Zuwachs von 1,2 Prozentpunkte gegenüber 2019 entspricht. Laut Destatis war nur nach der Finanzmarktkrise im Jahr 2009 ein vergleichbarer Anstieg mit 1,0 Prozentpunkte festzustellen gewesen. Dabei gingen die Anstiege in beiden Jahren mit einem Rückgang des nominalen BIP einher (2009: minus 4,0 Prozent; 2020: minus 3,0 Prozent).

Gesetzliche Krankenversicherung trägt die meisten Ausgaben

Weiter zeigt sich, dass die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) mit einem Ausgabenanteil von 54,8 Prozent auch im Jahr 2020 größter Ausgabenträger im Gesundheitswesen war (siehe Grafik). Ihre Ausgaben beliefen sich demnach auf 241,5 Milliarden Euro und lagen somit 3,6 Prozent oder 8,5 Milliarden Euro über denen des Jahres 2019. Die privaten Haushalte und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck waren 2020 mit 57,1 Milliarden Euro oder 13,0 Prozent der Gesundheitsausgaben zweitgrößter Ausgabenträger. Im Vorjahresvergleich wiesen sie einen Ausgabenrückgang um 0,9 Prozent beziehungsweise 536 Millionen Euro auf.

Die soziale (gesetzliche) Pflegeversicherung hatte einen Anteil von 10,7 Prozent an den Gesundheitsausgaben. Im Vergleich zu 2019 verzeichnete sie laut der Statistik mit einem Plus von 12,0 Prozent oder 5,1 Milliarden Euro auf 47,2 Milliarden Euro den stärksten Ausgabenanstieg nach den öffentlichen Haushalten. Die Ausgaben der privaten Krankenversicherung stiegen um 2,2 Prozent oder 774 Millionen Euro auf 35,4 Milliarden Euro. Auf sie entfielen 8,0 Prozent der Ausgaben.

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Autor

Lorenz

Klein

Lorenz Klein gehörte dem Pfefferminzia-Team seit 2016 an, seit 2019 war er stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Im Oktober 2023 hat Klein das Unternehmen verlassen, um sich neuen Aufgaben in der Versicherungsbranche zu widmen.

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