Mehr als jeder vierte gesetzlich Krankenversicherte hierzulande muss seit dem Jahreswechsel draufzahlen. Der Grund: erneut gestiegene Zusatzbeiträge bei 19 Anbietern. Wer nun wechseln will, steht vor der Frage: wohin? Das Ratgeberportal Finanztip will mit seinem aktuellen Krankenkassenvergleich einen Anhaltspunkt für Verbraucher bieten. Fünf Kassen konnten die Studienautoren überzeugen.
16 überregionale gesetzliche Krankenversicherer (GKV) kamen dabei unter die Lupe. Diese wurden auf 25 Merkmale aus den folgenden 8 Kategorien geprüft:
Hier waren unter anderem folgende Leistungen interessant:
Wichtig war den Testern hier unter anderem der Zuschuss zur professionellen Zahnreinigung.
Mit besonderen Leistungen in den Bereichen:
Hier war den Finanztip-Experten unter anderem wichtig, dass ein Teil der Kosten für osteopathische Untersuchungen übernommen wird. „Die besten Krankenkassen in dieser Kategorie erstatten bis zu 360 Euro im Jahr“, heißt es.
„Viele Kassen zahlen ihren Mitgliedern einen Geldbonus, wenn diese bestimmte Anforderungen erfüllen“, heißt es dazu in der Untersuchung. „Oft belohnen die Krankenversicherungen zum Beispiel regelmäßige Krebsvorsorge, Schutzimpfungen oder Bewegung.“ Wichtig sei hier die Einfachheit beim Einreichen, finden die Finanztip-Experten.
Wenig überraschend: Eine wichtige Kategorie im Krankenkassenvergleich war natürlich auch die Beitragshöhe.
Wie gut eine Krankenkasse tatsächlich sei, zeige sich oft erst im Ernstfall, so die Finanztip-Autoren. Deshalb stand auch der Service auf dem Prüfstand – insbesondere in Sachen Regulierung und Bewilligung von Leistungen. Aber auch die Erreichbarkeit der Anbieter spielte hier eine Rolle.
Im Bereich Transparenz haben die Analysten auf eine Detailbewertung verzichtet und stattdessen bepunktet, ob die Kassen bereit waren, alle angefragten Informationen in den Bereichen Transparenz, Service und Leistung bereitzustellen. Diesbezüglich verschickten sie jeweils 27 Fragen – etwa zu Widerspruchszahlen, Sozialgerichtsverfahren gegen Versicherte und der Bewilligung von Leistungsanträgen. „Wir haben außerdem überprüft, ob sie solche Informationen auf ihrer Website öffentlich zugänglich machen und Versicherte dort über deren Widerspruchsrecht informieren“, heißt es im Papier weiter.
Außerdem floss eine umfangreiche Kundenbefragung in die Finanztip-Untersuchung mit ein. Mehr als 4.800 GKV-Kunden haben daran teilgenommen und sollten angeben, welche Leistungen ihnen am wichtigsten sind. Zusätzlich fragte Finanztip bei den Anbietern nach, welche Leistungen besonders häufig genutzt würden. So wollten die Analysten sicherstellen, dass sie die Gewichtung der untersuchten Leistungen in der GKV kundenzentriert gestalteten.
So sei beispielsweise die Erstattung für die professionelle Zahnreinigung deutlich stärker in das Gesamtergebnis eingeflossen als in den Vorjahren, weil diese Leistung den Befragten sehr wichtig gewesen sei, schreibt Finanztip. Und auch den Beitrag und das Bonusprogramm sei stärker berücksichtigt worden.
Insgesamt sei aufgefallen, dass „die Basisleistungen der Kassen weitestgehend gleich“ seien – höherer Zusatzbeitrag hin oder her. Unterschiede gebe es vor allem beim Service, dem Bonusprogramm und den Zusatzleistungen. „In unserem diesjährigen Krankenkassenvergleich finden sich Kassen, die bis zu 550 Euro im Jahr für Gesundheitskurse zahlen, 360 Euro für Osteopathie oder 80 Euro Zuschuss zur professionellen Zahnreinigung gewähren“, fasst Julia Rieder, Expertin bei Finanztip, zusammen. Fünf Anbieter konnten im Test besonders überzeugen. Welche das sind, erfahren Sie auf den kommenden fünf Seiten.

Der fünfte Platz im Finanztip-Ranking geht an die Energie-BKK. Sie erreichte 65 Prozent im Leistungsvergleich. Besonders gute Ergebnisse erzielte sie in der Kategorie Familie: Mit 100 Prozent liegt sie hier im Vergleich aller untersuchten Versicherer vorne. Außerdem zahlt sie 25 Euro pro Jahr für die professionelle Zahnreinigung – bei freier Zahnarztwahl.
Als weniger positiv bewerteten die Finanztip-Experten den leicht überdurchschnittlichen Beitragssatz von 15,98 Prozent.

Der vierte Platz geht an die BKK VBU – mit einem Gesamtergebnis von 66 Prozent. Sie ist seit 2019 in der jährlichen Finanztip-Aufstellung vertreten. Besonders gute Leistungen bietet sie in den Bereichen Familie (93 Prozent) und Vorsorge (72 Prozent). In der Kategorie alternative Heilmethoden (100 Prozent) liegt sie im Gesamtvergleich ganz vorne. Außerdem steuert sie zweimal im Jahr 30 Euro zur professionellen Zahnreinigung bei – der Arzt ist hier egal. Bei Partnerpraxen erstattet sie einmal im Jahr die vollen Kosten.
Weniger gut fanden die Finanztip-Experten den überdurchschnittlichen Beitragssatz von 16,2 Prozent und ein „weniger starkes Serviceangebot“.

Der dritte Platz im Finanztip-Vergleich geht an die Big Direkt Gesund. Sie erreichte 67 Prozent. Besondere Leistungen bietet sie im Rahmen der Vorsorge (80 Prozent) und im Service (74 Prozent). Außerdem erzielt sie in der Kategorie Bonusprogramm die höchste Prozentzahl (100 Prozent) aller Kassen. Und auch Transparenz wird laut Finanztip bei der Big Direkt Gesund groß geschrieben (91 Prozent).
Für die professionelle Zahnreinigung gibt’s 50 Euro pro Jahr – oder eine einmalige volle Erstattung beim Besuch einer Partnerpraxis. Sparfüchse aufgepasst: Finanztip bewertet den Betragssatz von 15,9 Prozent als positiv.
Weniger gut kamen die Leistungen in den Kategorien Familie (40 Prozent) und alternative Medizin (40 Prozent) bei den Finanztip-Experten an.

Der zweite Platz geht an die IKK Classic. Sie erreichte 68 Prozent. Besonders gut schnitt sie in den Bereichen Transparenz (91 Prozent), Familie (83 Prozent) und Service (78 Prozent) ab. Auch sie weist mit 15,9 Prozent einen laut Finanztip vergleichsweise attraktiven Beitragssatz auf. Pro Jahr gibt es zudem 40 Euro für die professionelle Zahnreinigung bei jedem Arzt.
Weniger stark ist sie laut der Analyse in Sachen Krebsfrüherkennung und Bonusprogramm (50 Prozent).

Die HKK ist in diesem Jahr mit Abstand der Spitzenreiter im Kassenvergleich. Insgesamt erreichte sie 75 Prozent. Trotz einer Beitragserhöhung im Januar 2022 ist sie die günstigste bundesweit zugängliche Krankenkasse – mit einem Beitragssatz von 15,29 Prozent.
Besonders positiv hob sie sich zudem in den Bereichen alternative Medizin (90 Prozent), Vorsorge (86 Prozent), Bonusprogramm (80 Prozent) und Service (78 Prozent) hervor. Außerdem ist die Zahnreinigung bei Partnerzahnärzten kostenlos.
Einziges Manko: Nachholbedarf weist die HKK im Bereich Transparenz (31 Prozent) auf – hier liegt sie hinter allen weiteren Anbietern aus den Top 5.
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