Lücke im Schutz

Nur Bruchteil der Katastrophenschäden ist versichert

Wetter, Klima und Planet haben auch 2021 wieder einiges zerstört. Ein aktueller Bericht zeigt jetzt, wie viel es war, wie wenig davon versichert war und was daraus für die Zukunft zu folgern ist.
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Hurrikan Ida im Süden der USA im Sommer 2021: Der Sturm war die teuerste Katastrophe im Jahr 2021

Nur ein kleiner Teil der globalen Schäden durch Naturkatastrophen ist versichert, meldet der Versicherer und Risikomanager Aon. Demnach verursachten Wetter und Naturkatastrophen im abgelaufenen Jahr einen wirtschaftlichen Gesamtschaden von rund 343 Milliarden US-Dollar. Das sind umgerechnet rund 304 Milliarden Euro. Der Großteil in Höhe von 329 Milliarden Dollar (291 Milliarden Euro) sei auf Wetter und Klima zurückzuführen, heißt es im „2021 Weather, Climate and Catastrophe Insight Report“, den Aon veröffentlichte. Damit sei es das inflationsbereinigt drittteuerste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Aon-Datenbank reicht hauptsächlich bis 1950 zurück, enthält aber auch große Ereignisse, die davor stattfanden.

Von den Schäden im abgelaufenen Jahr waren aber lediglich 38 versichert. Damit liegt die Versicherungslücke bei 62 Prozent. Interessanterweise betrug die Lücke 2020 noch 63 Prozent, obwohl die Schäden geringer waren.

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„Wenn es um Klimarisiken geht, besteht eindeutig eine Schutz- und Innovationslücke“, stellt Aon-Präsident Eric Andersen fest. Er folgert deshalb: „Da Katastrophen schwerer werden, dürfen wir sie nicht nur anhand historischer Daten bewerten. Wir müssen auf Technologien wie künstliche Intelligenz und Vorhersagemodelle zurückgreifen, die ständig lernen und sich weiterentwickeln, um die Volatilität eines sich ändernden Klimas abzubilden.“

Hier zählt Aon einige bemerkenswerte Erkenntnisse aus dem Bericht auf:
  • 2021 registrierte man 401 beträchtliche Unglücke, 2020 waren es noch 416
  • Die Flutkatastrophe im Juli war mit 46 Milliarden Dollar (41 Milliarden Euro) das bisher teuerste Unglück in Europa
  • Deutschland, Belgien, Österreich, Luxemburg und China verzeichneten jeweils neue teuerste Versicherungsereignisse bisher
  • 2021 war das sechstwärmste Jahr weltweit mit Land- und Ozean-Temperaturen von 0,84 Grad Celsius (oder korrekter: Kelvin) über dem Durchschnitt des 20. Jahrhunderts
  • Einen neuen Temperaturrekord weltweit maß man (inoffiziell) am 9. Juli 2021 im Death Valley, Kalifornien, mit 54,4 Grad Celsius.

Den größten Schaden richtete im vergangenen Jahr Hurrikan Ida in der Karibik an. Sie kostete 75 Milliarden Dollar (66 Milliarden Euro), wovon nicht einmal die Hälfte versichert war.

Autor

Andreas

Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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