Heilkraft der Haut

Wie Narben optimal behandelt werden

Früher oder später verletzt sich jeder Mensch einmal so, dass eine Narbe zurückbleibt. Allerdings muss diese Narbe nicht notwendigerweise sofort ins Auge springen. Denn beim Heilungsprozess der Haut nach einer Operation oder Verletzung kann einiges getan werden, um das geschädigte Gewebe gut heilen zu lassen.
© picture alliance / dpa Themendienst | Christin Klose
Damit eine Narbe nach einer Verletzung gut verheilt, kann man einiges tun.

Narben entstehen nach einer Verletzung der Haut. Je nachdem, wie tief die Verletzung in die Haut reicht, und wie groß sie insgesamt ist, desto mehr Zellen wurden zerstört und desto größer ist das Risiko auf eine ungünstige Narbenbildung. Das Aussehen von Narben kann durch bestimmte Faktoren beeinflusst werden: Das Alter der Person, genetische Veranlagung, die Art der Narbe und der genaue Ort beeinflussen ihr Aussehen.

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Ebenfalls einen großen Einfluss hat die Versorgung des Körpers mit allen notwendigen Mikro- und Makronährstoffen insbesondere während der Heilung. Verheilen sie ungünstig, können sie nicht nur optisch ein Problem sein, sondern auch Beschwerden hervorrufen.

Dazu zählen Schmerzen, Spannungsgefühle, Brennen, Juckreiz, eingeschränkte Bewegungsfähigkeit bei Narben an Gelenken sowie beeinträchtigtes Empfinden (Temperatur, Schmerzen, Tasten). Je nach Lage der Narbe, etwa im Gesicht, belastet sie gegebenenfalls auch die Psyche der Betroffenen.

Verschiedene Arten von Narben

Die Bildung einer Narbe ist ein längerer Prozess. Am Ende sollte eine normale flache, weiße Narbe ohne Probleme stehen. Doch tiefe Wunden können rote Narben hinterlassen, die erhaben sein können und die genannten Beschwerden verursachen. Zudem gibt es noch die hypertrophen Narben, die hellrot, verhärtet und ebenfalls erhaben sind sowie die Keloide – wuchernde Narben, die durch über die Wunde hinausschießendes Bindegewebe verursacht werden. Die atrophe Narbe entsteht meist nach schwerer Akne. Sie liegt tiefer als die sie umgebene Haut. Ältere Narben lassen sich zwar mit einer Narbenkorrektur beim Arzt behandeln. „Allerdings kann bereits der Heilungsprozess so unterstützt werden, dass keine Beschwerden entstehen“, sagt Gesundheitsexperte Joachim Haid.

Mit gesunder Ernährung die Wundheilung beeinflussen

„Viele Vitamine aus frischem Obst und Gemüse und eine ausgewogene Balance aller Nährstoffe begünstigt die Bildung aller Enzyme, die für eine gute Wundheilung notwendig sind. Hier kommen insbesondere dem Vitamin D und Eiweiß, einem der Grundbausteine für neues Gewebe, eine wichtige Bedeutung zu“, erklärt Haid.

Rauchen ist besonders schlecht, da Nikotin die Durchblutung verschlechtere und damit auch den Transport der Nährstoffe zu der Wunde. Dadurch entstehen zudem massiv freie Radikale, die eine Wundheilung stark ausbremsen. Einer der Gründe, weshalb nach einer Operation im Zahn- und Kieferbereich möglichst weder geraucht, noch Alkohol getrunken werden sollte.

Den vorhandenen Enzymen, die bei der Wundheilung eine große Rolle spielen, kommt eine weitere wichtige Rolle zu. Diese Enzyme wiederum sind auf Co-Faktoren angewiesen, damit sie optimal funktionieren können. „Speziell zu erwähnen, sind hier beispielsweise Zink, Magnesium, Vitamin B5, Vitamin C und die Aminosäure Lysin. Wichtig ist auch das Omega-6-Omega-3-Verhältnis im Körper“, sagt Ernährungscoach Haid. Überwiegen die Omega-6-Fettsäuren zu stark, herrscht eine proentzündliche Situation vor, die wiederum eine Heilung verschlechtert.

Zu viel Zucker aus schnellen Kohlenhydraten und Süßigkeiten stört ebenfalls ein gutes Verheilen der Wunde. Denn beim Verarbeiten von Kohlenhydraten verbraucht der Organismus viele Mikronährstoffe wie Magnesium, B-Vitamine, Q10 & Co., während entsprechende Nahrungsmittel diese kaum liefern. Damit werden Nährstoffe verbraucht, jedoch durch Zucker nicht zugeführt. Sie fehlen an anderer Stelle, beispielsweise beim Immunsystem, das bei jeder Heilung eine große Rolle spielt.

Für die äußerliche Pflege gut cremen und leicht massieren

„Die Haut sollte insbesondere am Anfang nicht direkt mit UV-Strahlen der Sonne oder in einem Solarium in Kontakt kommen. In der frischen Haut fehlt der Sonnenschutz und die Haut kann geschädigt werden“, gibt Haid ein paar weitere Tipps. Enge Kleidung, weitere Verletzungen oder starke Druck- oder Zugbelastungen sind ebenfalls zu meiden.

Eine passende äußerliche Pflege der Narbe kann sich ebenfalls günstig auswirken. Die Haut sollte möglichst weich gehalten werden. Dafür kann sie leicht massiert und mit Cremes (zum Beispiel Panthenol-haltig oder Ringelbumensalbe) oder Ölen behandelt werden. Auch Kompressen aus Kamille oder Lavendelöl können helfen, die Haut geschmeidiger zu machen.

„Je älter wir werden, desto eher liegt ein Mangel der notwendigen Nährstoffe für die Zellerneuerung der Haut vor. Ab dem 40. Lebensjahr etwa nimmt die Produktion gewisser für eine gute Wundheilung verantwortlicher Enzyme ab. Damit heilen Verletzungen schlechter, es dauert länger, und es ist wahrscheinlicher, dass Narben zurückbleiben“, erklärt der angehende Heilpraktiker Haid. „Um dem vorzubeugen, ist die passende Nährstoffzufuhr entscheidend für die Wundheilung. Eine Ergänzung mit proteolytischen Enzymen kann ab dem oben genannten Alter deshalb sinnvoll sein.“

Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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