Viele zukünftige Rentner haben zwar gute Voraussetzungen, länger zu leben als Angehörige der aktuellen Rentnergeneration, doch das bedeutet nicht, dass sie auch länger Rente beziehen. Der Grund hierfür ist der spätere Rentenbeginn für künftige Neurentner.
In konkreten Zahlen ausgedrückt: Langjährig versicherte Männer haben bei Renteneintritt im Jahr 2020 im Schnitt 18,1 Rentenjahre zu erwarten. Im Jahr 2035 sind es nach offiziellen Prognosen hingegen mit 18,0 Jahren etwas weniger (siehe Tabelle). Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervor (Download hier). Grund hierfür sei die Anhebung der Altersgrenzen.
Demnach wird zwar die verbleibende Lebenserwartung von 60-jährigen Männern zwischen 1995 und 2035 um 5,5 auf 23,6 Jahre steigen – und bei gleichaltrigen Frauen um 4,4 Jahre auf 26,9 Jahre.
Zugleich werde aber die Zahl der durchschnittlich verbleibenden Lebensjahre in einem abschlagsfreien Ruhestand nur minimal gestiegen sein – und zwar bei „langjährig und besonders langjährig versicherten Männern nur um 0,5 Jahre, bei langjährig und besonders langjährig versicherten Frauen nur um 0,1 Jahre“, kritisiert der Linkenabgeordnete Matthias Birkwald auf seiner Website. Die Politik der Rente ab 67 erweise sich somit als eine unsoziale Rentenkürzung nach dem Motto „Länger einzahlen und kürzer Rente erhalten“, so Birkwald.
Hintergrund: Wer heute 35 Versicherungsjahre vorweisen kann und somit eine Rente für langjährig Versicherte erhält, kann bereits mit 65,7 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen – im Jahr 2035 wird das erst mit 67 Jahren der Fall sein.

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