IT-Sicherheit

Homeoffice wird zum Einfallstor für Cyber-Kriminelle

Mit Ausbruch der Corona-Krise schickten viele Firmen ihre Mitarbeiter ins Homeoffice. Dabei blieben manche Sicherheitsroutinen auf der Strecke. Viele Lücken sind bis heute nicht behoben, warnt der Versicherungsverband GDV. Unternehmen verlören die Kontrolle über ihre Sicherheit.
© picture alliance / dpa Themendienst | Christin Klose
Knapp 60 Prozent der Angestellten im Homeoffice erledigen berufliche Aufgaben auch mit privaten Laptops.

Das Homeoffice ist auch Monate nach Beginn der Corona-Pandemie immer noch ein großes Einfallstor für Betrüger und Cyber-Kriminelle. So erledigen aktuell knapp 60 Prozent der Angestellten im Homeoffice berufliche Aufgaben auch mit privaten Laptops, Tablets oder Smartphones. 10 Prozent verschicken geschäftliche E-Mails von ihrer privaten Adresse, und 22 Prozent nutzen Whatsapp für die berufliche Kommunikation. Das ist das Ergebnis einer Yougov-Umfrage unter rund 2.000 Arbeitnehmern im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

„Private Geräte und E-Mail-Accounts sind in aller Regel schlechter geschützt als die firmeneigene IT. Dadurch verlieren Unternehmen die Kontrolle über ihre IT‑Sicherheit und damit über die Sicherheit ihrer Daten“, sagt Peter Graß, GDV‑Experte für Cyber-Sicherheit. Auch Betrügern werde damit das Handwerk erleichtert. Defizite gebe es aber nicht nur bei kleineren Firmen. „Selbst viele Angestellte mittlerer und großer Unternehmen greifen auf ihren privaten Mail-Account oder auf Messenger-Dienste zurück.“

„Unternehmen handeln fahrlässig“

Ihre Regeln zu IT-Sicherheit, Datenschutz und Compliance haben bislang erst wenige Unternehmen auf das Arbeiten im Homeoffice angepasst. Nur jeder fünfte Befragte berichtete von zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen. Manche Unternehmen scheinen die Sicherheit sogar bewusst zu vernachlässigen, vermutet der GDV. Für 5 Prozent der befragten Angestellten seien im Homeoffice Sicherheitsmaßnahmen weggefallen, in weiteren Unternehmen würden sie ignoriert – 14 Prozent sagten, dass sie Compliance- und Sicherheitsregeln im Homeoffice nicht vollständig befolgen könnten und sie daher „flexibel“ handhabten.

„Es ist völlig normal, dass mit dem plötzlichen Umzug ins Homeoffice im Frühjahr viele Sicherheitsroutinen erst einmal verloren gegangen sind. Wer aber bis heute seine Prozesse noch nicht an die neue Situation angepasst hat, handelt fahrlässig“, so Graß.

Homeoffice wird zur Normalität

Von den insgesamt 2.011 befragten Arbeitnehmern arbeiteten 20 Prozent immer oder häufig im Homeoffice, weitere 25 Prozent manchmal oder selten. Fast 70 Prozent der Heimarbeiter gaben an, in der Pandemie häufiger im Homeoffice zu arbeiten als vorher. Befragt wurden die Teilnehmer zwischen dem 4. und dem 9. November 2020.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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Autor

Achim

Nixdorf

Achim Nixdorf war von April 2019 bis Mai 2024 Content- und Projekt-Manager bei Pfefferminzia. Davor arbeitete er als Tageszeitungs- und Zeitschriftenredakteur mit dem Fokus auf Verbraucher- und Ratgeberthemen.

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