Über eine Billion Euro haben deutsche Anleger in Publikumsfonds investiert, so die Zahlen des Fondsverbands BVI. Für ihre Fondsanlage können Anleger nicht nur direkt Investmentfondsanteile kaufen, sondern auch den Umweg über eine Fondspolice wählen. Dieser Umweg ist zwar auf den ersten Blick mit Kosten für den Versicherungsmantel und Einschränkungen bei den Anlagemöglichkeiten verbunden, er kann sich aber dennoch lohnen. Denn die Policen weisen eine ganze Reihe an Vorteilen gegenüber der direkten Fondsanlage auf.
Zuallererst können Sparer mit einer fondsgebundenen Rentenversicherung das nutzen, was nur Versicherer anbieten können: eine lebenslange Verrentung des Kapitals. Zwar rechnet sich diese nicht für Menschen, deren Gesundheitszustand kein langes Leben erwarten lässt – die meisten dürften bei Renteneintritt jedoch nur schwer abschätzen können, wie alt sie tatsächlich einmal werden. Das eigentliche Geschenk der Langlebigkeit kann aus finanzieller Sicht schnell ein Risiko darstellen, das die Verrentung absichert. Ein weiteres Plus: Das in der Police angesparte Vermögen geht komplett, ohne dass der Fiskus irgendetwas abzieht, in die Verrentung. Somit sind die Erträge in der Ansparphase komplett steuerfrei. Lediglich die Erträge in der Rentenphase müssen dann (Ertragsanteil) versteuert werden.
Keine Steuer in der Ansparphase
Damit sind wir bei dem wohl argumentativ stärksten Vorteil der Fondspolicen gegenüber der Direktanlage: die vorteilhafte Besteuerung. Während bei Fonds Jahr für Jahr eine Vorabpauschale anfällt, sind Fondspolicen in der Anspar- oder Aufschubphase komplett steuerfrei. Auch wenn Kapital in andere Fonds umgeschichtet wird, müssen die realisierten Kursgewinne – anders als bei der Direktanlage – erst einmal nicht versteuert werden. Solche Fondswechsel sind bei vielen modernen Versicherungen umsonst, sodass zusätzliche Wiederanlagekosten entfallen. Es bleibt mehr Geld investiert, und der Zinseszinseffekt kann seine Stärke voll ausspielen. Je länger der Zeitraum, desto stärker der Effekt.
Auch bei Kapitalauszahlungen sind die Fondspolicen-Inhaber im Vorteil. Statt Abgeltungssteuer auf den Kurszuwachs müssen sie nach dem Halbeinkünfteverfahren nur die Hälfte der Erträge mit dem persönlichen Steuersatz versteuern, soweit sie die 12/62-Regeln einhalten. Berücksichtigt wird dabei zudem die Teilfreistellung von 15 Prozent, die für Erträge und Kursgewinne aller Fonds in Fondspolicen gilt. Aktienfonds in der Direktanlage genießen zwar sogar eine Teilfreistellung von 30 Prozent, Renten- oder Geldmarktfonds aber gar keine.
Mit Fondspolicen die Nachlassplanung optimieren
Mit Fondspolicen lassen sich nicht nur die Steuern auf Kapitalerträge optimieren, sie sind – soweit sie die jeweils erforderlichen Rahmenbedingungen bieten – ebenfalls für die steuerliche Optimierung der Nachlassplanung geeignet. Ein Plus, das die direkte Fondsanlage nicht bietet. So sind Todesfallleistungen grundsätzlich einkommensteuerfrei. „Dies lässt sich sogar auch für die eigene Altersversorgung nutzen, indem Vater oder Mutter als versicherte Person eingesetzt werden. Im Falle ihres Todes fließt die Leistung (Altersversorgung) an den Versicherungsnehmer und zugleich Bezugsberechtigen nicht nur einkommensteuerfrei, sondern auch erbschaftsteuerfrei. Denn es handelt sich hier gar nicht um ein Erbe“, erklärt Guntram Overbeck, Leiter Produktmanagement Helvetia Leben.
Zurück zum Nachlass: Es lässt sich beispielsweise ein Großteil der Erbschaftsteuer sparen, indem man eine Police mit lebenslanger Laufzeit abschließt und eine Verrentung des Kapitals im Todesfall vereinbart. Der Erbe kann zwar nicht sofort über das gesamte Kapital verfügen, zahlt aber insgesamt deutlich weniger ans Erbschaftsteuer-Finanzamt. Mit einer anderen Gestaltung, sie betrifft das Bezugsrecht im Todesfall, lässt sich die Verteilung des Erbes steuern. „Bei rechtzeitiger Planung kann eine Reduzierung des Pflichtteils für ungeliebte Erben erreicht werden“, erklärt Overbeck.
Als klassische Nachteile von Fondspolicen gegenüber der Direktanlage galten lange zu wenig Flexibilität und zu hohe Kosten. Hier haben die Versicherer über die vergangenen Jahre deutlich nachgebessert. Vielfältige Fondspaletten inklusive gemanagter Depots mit verschiedenen Risikolevels, die stetig an die Kundennachfrage angepasst werden, meist kostenloses Shiften und Switchen, Beitragspausen, flexible Entnahmemöglichkeiten, lange bis lebenslange Laufzeiten und letztlich die oben genannten Gestaltungsmöglichkeiten sind ein paar Beispiele hierfür. Auch dem allgemeinen Kostendruck können die Versicherer nicht weichen. „Während Rückvergütungen der Fondsgesellschaften bei der Direktanlage in der Regel beim Vermittler bleiben, geben Versicherer diese zum Teil oder ganz an den Kunden weiter“, sagt Overbeck. Alternativ werden gleich günstige Fondstranchen gewählt. Die pauschale Aussage von früher „Fondspolicen sind zu teuer und lohnen daher nicht“ stimmt nicht mehr. Auch die pauschale Aussage „Fondspolicen sind immer besser“ ist nicht korrekt.
Fondspolicen haben zahlreiche Vorteile. Dennoch sollte immer im individuellen Falle gerechnet werden: „Ist eine Fondsanlage oder eine Fondspolice in dem speziellen Falle zu wählen!“
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