Fondsverband BVI klärt auf

Wie man seine Ersparnisse mit Aktien vor Kaufkraftverlust schützt

Viele Deutsche wähnen ihr Geld auf Girokonto, Tagesgeldkonto, Sparbuch & Co. sicher. Dem ist aber nicht so, berichtet der Fondsverband BVI. Weil die Inflationsrate höher ist als die Sparzinsen, vernichten die Sparer real Geld. Eine Anlage in Aktien könne das verhindern – und biete sich insbesondere für die Altersvorsorge an.
© picture alliance/dpa | Boris Roessler
Die Kurve des Deutschen Aktienindex Dax auf der Anzeigetafel im Handelssaal der Börse in Frankfurt: Aktien können insbesondere für die Altersvorsorge schöne Renditen bringen.

Deutsche vertrauen ihr Geld mehrheitlich dem Sparbuch, Tagesgeld- und Festgeldkonten an oder lassen es auf dem Girokonto liegen. Sie wähnen ihr Kapital dort sicher. Ist es aber nicht, erklärt der Fondsverband BVI. Jeder deutsche Sparer habe allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres nach Abzug der Inflation im Schnitt real 155 Euro verloren, teilt er mit.

Insgesamt erlitten sie laut Berechnungen von Comdirect im ersten Halbjahr 2020 einen Wertverlust von 12,9 Milliarden Euro durch Geldeinlagen, die zu niedrige Zinsen abwerfen. Seit Ende 2010 summiert sich der Verlust der deutschen Sparer auf 134,6 Milliarden Euro – das sind 1.638 Euro pro Bundesbürger. Der Grund: Die Sparzinsen lagen unterhalb der Inflationsrate. Im ersten Quartal 2020 lag letztere bei durchschnittlich 1,64 Prozent. Tagesgelder, Festgelder und Spareinlagen warfen in dieser Zeit im Schnitt nur 0,14 Prozent ab.

Um die Ersparnisse vor einem Geldverlust zu schützen, seien in der aktuellen Niedrigzinsphase Anlagen in Wertpapieren notwendig, heißt es vom BVI weiter. Sie böten ungeachtet zwischenzeitlicher Kursschwankungen die Möglichkeit des Vermögenserhalts. Kursgewinne und Dividendenzahlungen könnten die Ersparnisse vor der Inflation schützen.

Angst vor Kursverlusten sei gerade im Bereich der Altersvorsorge unbegründet. So zeigt eine Analyse des BVI, dass die Anlageergebnisse von Aktienfondssparplänen trotz des Einbruchs der Börsenkurse im März abhängig von der Laufzeit positiv sind. Ein durchschnittlicher Sparplan mit Aktienfonds, die in deutsche Unternehmen investieren, erreichte in den zurückliegenden zehn Jahren per Ende Juni 2020 im Mittel eine jährliche Rendite von 3,91 Prozent.

Je länger die Anlagezeiträume, umso geringer haben sich die Börsenturbulenzen der vergangenen Monate ausgewirkt. Über 20 Jahre erzielten diese Aktienfonds im Mittel eine jährliche Wertsteigerung von 4,8 Prozent (per Ende Juni 2020). Die Ergebnisse zeigen also, dass es sich lohnen kann, einen Teil der Ersparnisse stärker in Aktien und Aktienfonds anzulegen, so das Fazit des Fondsverbands.

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Autorin

Karen

Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

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