Verbraucherschützer fordern

Pflege muss aus Steuermitteln bezuschusst werden

Der Eigenanteil der Pflegebedürftigen steigt kontinuierlich. Darum werden immer wieder Stimmen nach einem Zuschuss aus Steuermitteln laut. Auch der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Klaus Müller, schließt sich nun diesen Forderungen an.
© picture alliance/ dpa/ Tom Weller
Die steigenden Kosten für die Pflege müssten durch Steuern aufgefangen werden, so die aktuelle Forderung des Chefs der Verbraucherzentrale Bundesverband, Klaus Müller.

Die stetig steigenden Pflegekosten müssen durch einen Bundeszuschuss aus dem Steueraufkommen aufgefangen werden, so die Forderung von Klaus Müller, Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV). Das sei „sinnvoll und angemessen, um das Risiko weder allein auf die Pflegebedürftigen noch allein auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber als Beitragszahler zu verlagern“, zitiert das „Handelsblatt“ Äußerungen des Verbraucherschützers gegenüber der Deutschen Presseagentur.

Die Pflegekosten seien „tickende soziale Zeitbomben“. Es gebe bei den „Eigenanteilen Steigerungsraten wie sonst höchstens bei Berliner und Münchener Mieten“, so Müller weiter. Diese hohen Kosten seien durchaus begründet. Pflegekräfte müssen angemessen vergütet werden.

Aktuell schlage sich diese Entwicklung jedoch vor allem auf die Pflegebedürftigen nieder. Im bundesweiten Durchschnitt erreichen die Pflegekosten laut Verband der Ersatzkassen (VDEK) mittlerweile 2.015 Euro monatlich. Dabei klafft zwischen den Bundesländern eine deutliche Lücke. Während in Sachsen-Anhalt 1.438 Euro jeden Monat für Unterkunft, Verpflegung, Investitionskosten sowie den Einrichtungseinheitlichen Pflegeanteil gezahlt werden müssen, sind es in Nordrhein-Westfalen mit 2.405 Euro fast 1.000 Euro mehr jeden Monat.

Angesichts dessen fordert VZBV-Chef Müller, dass die Leistungssätze der Pflegeversicherung jährlich und automatisch angepasst werden – „orientiert an der Inflationsrate und den Personalkosten“. Dies könne nicht immer verschoben werden, und es gebe dafür eine „gesamtgesellschaftliche Finanzierungsverantwortung“. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) müsse sich dringend um die Finanzierung der Pflegekosten kümmern.

Mehr zum Thema

„Pflegeabsicherung wird einen völlig neuen Stellenwert einnehmen“

Pfefferminzia: Schon jetzt zahlen Pflegebedürftige, die im Heim leben, im Bundesdurchschnitt 1.940 Euro pro Monat,…

Deutsche haben massive Wissenslücken bei Pflegekosten

Viele Bürger wissen nicht, dass sie sich als Pflegebedürftige etwa bei vollstationärer Pflege an den…

Diese Pflegekosten sind steuerlich absetzbar

Die Kosten für ein Pflegeheim sind hoch: Mit 2.500 bis 4.000 Euro im Monat müssen…

Autorin

Manila Klafack war bis März 2024 Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

Teilen:
Nicht verpassen!

Pfefferminzia.pro

Eine Plattform, die liefert: aktuelle Informationen, praktische Services und einen einzigartigen Content-Creator für Ihre Kundenkommunikation. Alles, was Ihren Vertriebsalltag leichter macht. Mit nur einem Login.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Pfefferminzia