„Erwartungshaltung sehr gedämpft“

Versicherer erwarten keine schnelle Rückkehr zum Vorkrisenmodus

Die Versicherungswirtschaft sei vorsichtig optimistisch, die Corona-Talsohle durchschritten zu haben. Allerdings rechne die Branche nicht „mit einer schnellen Rückkehr zum Vorkrisenmodus“. Das teilte der Versicherungsverband GDV auf Basis der jüngsten Branchenbefragung des Ifo-Instituts mit.
© GDV
Das Geschäftsklima der deutschen Versicherungswirtschaft war im Frühjahr auf ein historisch niedriges Niveau gefallen.

Die Unternehmen in Deutschland glauben nicht an einer raschen Normalisierung der Geschäftslage, sondern rechnen zumeist mit bis weit ins nächste Jahr anhaltende coronabedingten Turbulenzen. Das ergab die jüngste Branchenbefragung des Münchner Ifo-Instituts (wir berichteten). Die Ökonomen selbst rechnen im Herbst mit einer Zunahme von Insolvenzen und einer anhaltend schwachen Auslastung der Wirtschaft insgesamt – die stützende Wirkung der öffentlichen Finanzhilfen könne die negativen Folgen nur abmildern.

Entsprechend durchwachsen ist auch die Stimmung in der Versicherungswirtschaft. Dem Ifo-Konjunkturtest zufolge gehe „eine überwiegende Mehrheit der Versicherungsunternehmen nicht von einer schnellen Rückkehr zum Vorkrisenniveau aus“, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Dienstag berichtete.  

Erwartungshaltung der Versicherer „sehr gedämpft“

Zwar verwies GDV-Geschäftsführer Jörg Asmussen auf eine „leichte Stimmungsaufhellung“, die darauf hindeuten könnte, „dass die Corona-Talsohle schon durchschritten“ sei. Doch noch sei die Erwartungshaltung der Versicherer „sehr gedämpft“, wie Asmussen erklärte.

Die maßgeblichen Gründe hierfür sind, dass die privaten Haushalte nach Ifo-Angaben unter der Sorge um den Arbeitsplatz leiden und sich außerdem die Kurzarbeit weiterhin auf einem hohen Niveau befinde. „Gleichzeitig stellen die extrem niedrigen Zinsen und sinkende Risikoprämien bei Aktien oder Unternehmensanleihen die Versicherer vor große Herausforderungen bei der Neuanlage“, berichtete der GDV auf Basis der Ifo-Daten.

Der in der jüngeren Geschichte beispielslose Konjunktureinbruch werde sich daher wohl auch in den kommenden Quartalen negativ auf die Entwicklung des Versicherungsgeschäfts auswirken, zitiert der Verband die Ifo-Experten. Das Geschäftsklima der deutschen Versicherungswirtschaft war im Frühjahr auf ein historisch niedriges Niveau gefallen (siehe Grafik).

Das Geschäftsklima der deutschen Versicherungswirtschaft war im Frühjahr auf ein historisch niedriges Niveau gefallen. Quelle: GDV

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Autor

Lorenz

Klein

Lorenz Klein gehörte dem Pfefferminzia-Team seit 2016 an, seit 2019 war er stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Im Oktober 2023 hat Klein das Unternehmen verlassen, um sich neuen Aufgaben in der Versicherungsbranche zu widmen.

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