AfW-Umfrage

Makler wieder optimistischer, fürchten aber 14 Prozent Umsatzminus

Im Frühjahr wirbelte die Corona-Krise den Versicherungs- und Finanzvertrieb komplett durcheinander – doch so langsam scheinen sich Makler und Vermittler an die Situation zu gewöhnen, wie eine Umfrage des Bundesverbandes Finanzdienstleistung AfW nahelegt. Während vor zwei Monaten noch fast die Hälfte von ihnen pessimistisch eingestellt waren, ist dies heute nur noch ein knappes Drittel. Umsatzeinbußen erwarten sie aber trotzdem.
© Andreas Klingberg für AfW Berlin
Frank Rottenbacher ist AfW-Vorstandsmitglied.

Noch vor zwei Monaten schätzten 47 Prozent der Mitglieder des Vermittlerverbandes AfW ihre geschäftliche Zukunft bis Jahresende 2020 als „katastrophal“ oder „schlecht“ ein. Heute tun dies nur noch knapp 31 Prozent, wie der Verband im Rahmen einer Neuauflage der Umfrage herausfand.

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Knapp 37 Prozent der insgesamt 461 Befragten sind zudem noch „unentschieden“ und rund 31 Prozent glauben sogar an eine „gute“ oder „sehr gute“ Geschäftsentwicklung innerhalb der kommenden sechs Monate. Zum Vergleich: Vor acht Wochen waren noch 35 Prozent unentschieden und nur 18 Prozent blickten optimistisch in die Zukunft. Trotzdem gehen die Versicherungsmakler und unabhängigen Finanzanlagevermittler im Durchschnitt von einem markanten Rückgang ihres Provisionsumsatzes aus – und zwar um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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Auf die Frage, für welche Produkte die Vermittler durch die Corona-Krise eine steigende Nachfrage erwarten, antwortete fast jeder zweite Teilnehmer offene Investmentvermögen (44,7 Prozent). Darauf folgen Biometrie (31 Prozent) sowie Altersvorsorge (27 Prozent). Im Vergleich zur April-Umfrage hat damit die „gewerbliche Versicherung“ an Wichtigkeit verloren (von Platz 2 auf Platz 7 abgerutscht).

Weitere Ergebnisse der Umfrage:  

50 Prozent der Kundentermine finden zurzeit telefonisch statt, 25 Prozent als Video- oder Onlineberatung und ein weiteres Viertel in Form persönlicher Treffen. „75 Prozent aller Kundentermine finden somit zurzeit ohne direkten Kundenkontakt statt. Vor einem halben Jahr wäre diese hohe Zahl noch unvorstellbar gewesen“, analysiert AfW-Vorstand Frank Rottenbacher die Ergebnisse der Umfrage.

„Viele Vermittler haben in einem bewundernswerten Tempo ihre Prozesse an die Corona-Wirklichkeit angepasst und fühlen sich so gerüsteter für die Zukunft“, lobt Rottenbacher. Aber: „Wenn natürlich ganze Kunden-Branchen wegbrechen, dann kann auch der am besten organisierteste Vermittler nicht dagegen ankommen. Hier braucht es auch Unterstützung seitens der Produktpartner, um diese Zeiten überstehen zu können.“

Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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