Umfrage

Zwei Drittel der Deutschen will Soli-Abschaffung für Vorsorge nutzen

90 Prozent der Deutschen müssen ab 2021 kein Geld mehr für den Solidaritätszuschlag aufbringen. Je nach Einkommen und Lebensumständen kann das ein jährliches Plus von zwischen 200 und 1.000 Euro im Geldbeutel bedeuten – und das wollen rund zwei Drittel der Bundesbürger in die private Altersvorsorge investieren, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.
© Swiss Life Select
Ist Geschäftsführer von Swiss Life Select: Stefan Kuehl.

Für 90 Prozent der Bundesbürger entfällt ab 2021 die finanzielle Belastung durch den Solidaritätszuschlag (Soli). Die Freigrenze, bis zu der kein Solidaritätszuschlag anfällt, wächst dann von heute 972 Euro auf 16.956 Euro der Steuerzahlung. Und das kommt den Deutschen ganz gelegen: Laut einer Umfrage von Swiss Life Select wollen 67,2 Prozent der Menschen hierzulande dieses Geld für die private Altersvorsorge nutzen.

Ein Beispiel der Bundesregierung zeigt, wie viel Geld dabei herausspringt:

„Ein verheiratetes Paar mit zwei Kindern und zwei Einkommen (Jahresbrutto: 66.000 Euro und 54.800 Euro) spart ab 2021 durch den kompletten Wegfall des Soli fast 1.000 Euro im Jahr“, heißt es auf der Internetseite der Regierung. „Für einen Single ohne Kinder mit einem Bruttolohn von 31.200 Euro im Jahr beträgt die Ersparnis gut 200 Euro jährlich.“

Und diese 200 Euro könnten laut der aktuellen Umfrage schon helfen. Denn: Jeder Dritte gibt an, mindestens 200 Euro monatlich sparen zu müssen, um später den jetzigen Lebensstandard halten zu können. Trotzdem sparen aktuell nur 14,5 Prozent der Befragten über 200 Euro fürs Alter, 22,5 Prozent weniger als 100 Euro und 35,2 Prozent geben sogar an, derzeit nichts zurückzulegen. Vor allem Frauen sind hier betroffen (40,4 Prozent, Männer: 29,5 Prozent).

Zudem ist das Sparverhalten vom Einkommen abhängig:

Mehr als die Hälfte (55,3 Prozent) derjenigen, die weniger als 1.500 Euro netto im Monat verdienen, können aktuell gar nichts fürs Alter zurücklegen und jeder Dritte, der mehr als 2.500 Euro netto im Monat verdient, ist derzeit bereit, größere Beträge von mehr als 200 Euro pro Monat für die Rente zu sparen.

„In den Beratungsgesprächen registrieren wir ein wachsendes Interesse daran, Steuerentlastungen in die private Altersvorsorge zu investieren. Und im Gegensatz zu den temporären Steuerentlastungen des Corona-Konjunkturpakets, kann der gesparte Soli dauerhaft genutzt werden“, sagt Stefan Kuehl, Geschäftsführer von Swiss Life Select. „Die Soli-Abschaffung ist daher eine gute Gelegenheit, seine Vorsorgesituation zu verbessern.“

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Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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