Umfrage

Mehrheit der Deutschen schätzt eigenes BU-Risiko als gering ein

Ein Großteil der Deutschen unterschätzt das eigene Risiko, im Laufe des Lebens einmal berufsunfähig zu werden. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung hat deshalb auch nur knapp jeder Zweite hierzulande. Das sind zentrale Ergebnisse einer Umfrage im Auftrag der Gothaer.
© picture alliance|CHROMORANGE/Karl-Heinz Spremberg
Ein Mann auf Krücken: Nur wenige Deutsche halten es für wahrscheinlich, einmal berufsunfähig werden zu können.

Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung wird jeder vierte Arbeitnehmer hierzulande im Laufe seines Lebens berufsunfähig – trotzdem schätzen 56 Prozent ihr eigenes BU-Risiko als „gering“ ein, 17 Prozent sogar als „sehr gering“. Das zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Gothaer. Nur 19 Prozent halten dieses Risiko für „groß“ und 3 Prozent für „sehr groß“.

Befragte mit formal geringerem Bildungsgrad schätzen ihr BU-Risiko laut Studie etwas häufiger als „groß“ oder „sehr groß“ ein als diejenigen mit höherem Bildungsabschluss. Und: 48 Prozent der Erwerbstätigen geben an, dass sie ihre Arbeitskraft bereits abgesichert haben. Fast ebenso viele (44 Prozent) haben das hingegen bisher noch nicht getan.

Den meisten Befragten, die sich nicht abgesichert haben, ist eine entsprechende Versicherung zu teuer (33 Prozent). 22 Prozent glauben, dass der Versicherer im Fall der Fälle nicht zahlt, 21 Prozent sind von den Leistungen der BU-Versicherung nicht überzeugt. 14 Prozent der Befragten legen lieber auf eigene Faust Geld zurück und 6 Prozent geben ihr Geld lieber für andere Dinge als Versicherungen aus.

Und trotzdem:

Das Thema Berufsunfähigkeitsversicherung ist in den Köpfen vieler Deutscher bekannt. Denn auf die Frage, wie sie sich am ehesten gegen finanzielle Lebensrisiken absichern würden, ist die BU-Police der klare Favorit (62 Prozent) – dicht gefolgt von der privaten Rentenversicherung (54 Prozent), der Kfz-Vollkaskoversicherung (37 Prozent) und der Krankenzusatzversicherung (33 Prozent). Als weitere Absicherungen nennen sie noch Haftpflicht- (8 Prozent), Unfall- (33 Prozent), Rechtsschutz- (2 Prozent), Hausrat- (ein Prozent) und Lebensversicherung (ein Prozent).

Bei denjenigen Umfrageteilnehmern, die ihre Arbeitskraft bereits abgesichert haben, ist die klassische BU mit 73 Prozent am häufigsten vertreten. Darauf folgen eine private Unfallversicherung (60 Prozent), die private Krankenzusatzversicherung (32 Prozent) und die Erwerbsunfähigkeitsversicherung (17 Prozent). Die wenigsten (ein Prozent) haben eine Grundfähigkeitsversicherung gewählt.

Diejenigen Deutschen, die sich bisher noch nicht um die passende Absicherung gekümmert haben, könnte vor allem ein attraktiver Preis noch umstimmen, wie die Umfrage belegt: So dürfte eine entsprechende Versicherung für 46 Prozent maximal bis zu 50 Euro im Monat kosten, für weitere 27 Prozent 50 bis unter 100 Euro im Monat. Nur sehr wenige Befragte wären bereit, für die Absicherung ihrer Arbeitskraft monatlich 100 bis unter 150 Euro (5 Prozent) oder mehr (ein Prozent) zu zahlen.

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Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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