Soldaten in der Berufsunfähigkeitsversicherung zu beraten ist nicht so einfach. Denn der Anspruch an den Dienstherrn ist anders als bei Beamten. Beamte verdienen sich pro ruhegehaltsfähiges Dienstjahr 1,79375 Prozent in der Höhe dazu. Am Ende bekommen sie maximal 71,75 Prozent der durchschnittlichen Besoldung der letzten beiden Jahre.
Der Soldat auf Zeit bekommt immer 75 Prozent seines letzten Solds. Also das, was er im letzten Monat bekommen hat. Aber er verdient sich mit den Jahren, die er gedient hat, Zeit. Wer vier bis fünf Jahre gedient hat, erhält diese sogenannten Übergangsgebührnisse für zwölf Monate. Habe ich fünf bis sechs Jahre gedient, sind es schon 18 Monate, bei sechs bis sieben Jahren 24 Monate und so weiter, bis ich nach zwölf Jahren den Anspruch für 60 Monate habe.
Das finde ich ziemlich gut. Noch besser ist, dass ich, wenn ich eine Umschulung mache, 25 Prozent zusätzlich bekomme. Da wird dann ein Gehalt, dass ich vielleicht von dem Betrieb bekomme, in dem ich umschule, verrechnet. Aber ich kann nie weniger als meinen letzten Sold bekommen.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt mir, was ich an Rente vereinbart habe. Bis ich nicht mehr berufsunfähig bin oder einen neuen Job habe, auf den ich konkret verwiesen werden kann.
Da finde ich die Versorgung der Soldaten auf Zeit von der Idee her besser. Ich erhalte für einen kurzen Zeitraum der Umorientierung 75 Prozent meiner letzten Bezüge. Die Lücke von 25 Prozent ist doof, aber mit 1.000 Euro BU-Rente dürfte es schlimmer sein.
Wenn ich umschulen will, dann wird das belohnt. Das halte ich für ganz hervorragend. Zum einen ist es für den Versicherten gut, wenn er wieder auf eigenen Füßen steht. Auch wenn wir alle es irgendwie lässig fänden, wenn wir Geld bekommen, ohne dafür zu arbeiten, so ist es doch nicht gesund für die Psyche, vollkommen ohne Beschäftigung zu sein.
Zum anderen ist es aber auch gut für den Versicherer. Jeder Leistungsfall, der vorzeitig endet, ist gut für die eigene Kasse. Das ist am Ende auch wieder gut für den Kunden, weil dadurch die Versicherung im Schnitt günstiger wird.
Wie wäre es also, wenn ich eine Versicherung hätte, die mir für bis zu fünf Jahre eine hohe Rente zahlt, die im Falle einer Umschulung sogar noch für diesen Zeitraum eine höhere Leistung zahlt? Diese Versicherung wäre sicherlich bezahlbar. Ich hätte aber dann ein Problem, wenn ich tatsächlich erwerbsunfähig wäre. Dann wäre keine Umschulung möglich und ich dauerhaft in finanziellen Problemen. Das ließe sich aber auch lösen.
Für diese Lösung bräuchten wir auch nicht mehr als drei Berufsgruppen, da die Definition der Erwerbsunfähigkeit ja eh einiges an Verweisbarkeit zulässt. Dadurch wäre dieses Produkt auch für viele Berufe finanziell erreichbar.
Im ersten Schritt wäre einfach eine höhere Rente als Belohnung während einer Umschulung denkbar. Eine Einmalzahlung bei abgeschlossener Umschulung halte ich für weniger motivierend und weniger erlebbar.
Was an der Versorgung der Soldaten auf Zeit auch sehr praktisch ist, ist, dass ich mir auf Antrag die Rente auch auf einmal auszahlen lassen könnte oder auch mal die Rente stunden kann, um sie dann später zu erhalten. Da ließen sich viele verschiedene, individuelle Lösungen basteln.
Nur mal so als Denkanstoß für die Versicherungsgesellschaften. Und dieses Mal sollte der Name von der Marketingabteilung entworfen werden. Sonst heißt es am Ende wieder temporäre Berufsunfähigkeitsversicherung.
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