Der Volkswohl Bund liefert Maklern hierzulande die beste technische Unterstützung. Der Versicherer konnte beim diesjährigen Makler-Audit „IT-Prozesse im Maklerunternehmen: Vertrieb, Administration, Technik“ der deutsche-versicherungsboerse.de (DVB) mit großem Abstand die Award-Kategorie Gold einheimsen. In den Kategorien Silber und Bronze gab es dagegen mehrere Gewinner. So ging Silber an Gothaer, Stuttgarter, Nürnberger, Die Haftpflichtkasse, Allianz und Rhion. Mit Bronze stehen WWK, Janitos, Alte Leipziger und Axa auf dem Treppchen der erfolgreichen BiPRO-Umsetzungen.
„Der Maklermarkt kommt nicht zur Ruhe, gerade in diesen Tagen tobt ein regelrechter Kampf um Marktanteile und insbesondere IT-Kapazitäten“, sagt Friedel Rohde, Geschäftsführer der DVB. „Wir wollten daher von den Maklern wissen, ob das Bewusstsein um den wertvollen Rohstoff Daten vorhanden ist und wie es um die Bemühungen um die eigene Datenqualität und Prozessintegration im Maklerverwaltungsprogramm steht“.
Das Ergebnis: Man habe eine deutlich höhere Forderung nach Prozessoptimierung auf Seiten der Makler feststellen können. Rohde: „Allerdings gibt es teilweise erheblichen Nachholbedarf, sowohl auf Seiten der MVP-Systeme als auch bei der Digitalisierungskompetenz einzelner Kollegen.“
Eigene Maklerverwaltungsprogramme sind Maklern sehr wichtig
Ein weiteres Detail der Studie: Trotz teilweiser Nutzung von Poolanbindungen legen Makler sehr großen Wert auf ihre Unabhängigkeit. Das werde insbesondere durch die Nutzung eigener MVP-Systeme deutlich. Die Makler bewerteten ihre Maklerverwaltungsprogramme zum Großteil positiv – 86 Prozent schließen laut der Umfrage einen Wechsel des eingesetzten Systems kategorisch aus. Die Nutzer selbst entwickelter Systeme stießen allerdings an die Grenzen des technisch Machbaren und zeigten eine höhere Wechselbereitschaft, so ein weiteres Ergebnis der Studie.
Auch bei MVP-Systemen konventioneller Hersteller mehrten sich die Stimmen unzufriedener Nutzer, heißt es weiter. Die Probleme der Datenqualität und Prozessunterstützung seien der Hemmschuh in der Verwirklichung des digitalen Maklerbüros. Wenn die prozessuale Unterstützung des Versicherers hinter dem Marktstandard zurückhänge, seien 80 Prozent zu einem Austausch des Produktpartners bereit.
Service als entscheidender Hebel
„Für die Versicherer muss es jetzt dringlichstes Ziel sein, die eigene Servicequalität sowohl im fachlichen und technischen Bereich als gut orchestriertes Gesamtpaket beim Makler erlebbar zu machen“, sagt DVB-Beiratsmitglied Henning Plagemann. „In Zeiten von nahezu identischen Produkteigenschaften und hoher Transparenz durch die Vergleicher ist das ein wirksamer Hebel, sich in der Maklergunst erfolgreich zu positionieren.“
Als Alarmsignal für die Branche werten die Studienautoren die Antwort auf die Frage, wie die Datenaktualisierung im Maklerverwaltungsprogramm erfolgt. Laut Umfrage führen 54 Prozent der Makler Aktualisierung im eigenen System manuell durch, zwei Drittel der befragten Vermittler verwenden über 20 Stunden pro Monat auf die Datenpflege.
„Der hohe Anteil der manuellen Anpassung gibt Anlass zur Besorgnis“, sagt Rohde. „In diesem Fall haben die Makler keine Möglichkeiten zum automatischen Daten-Clearing. Auch wenn dieser Bestand mit Hilfe von BiPRO-Services versorgt werden kann, ist eine wirkliche Erleichterung in der Verwaltungsarbeit nicht gegeben. Abhilfe könne ein externer Dienstleister oder ein Pool schaffen, der das Daten-Clearing auf seinen Systemen bereits erfolgreich umgesetzt habe.
Bei der Automatisierung der Dokumentenverarbeitung zeige sich ein sehr positives Bild: Fast 78 Prozent der von den Versicherern gelieferten Dokumente könnten automatisch den betroffenen Verträgen und Kunden zur vollsten Zufriedenheit der Anwender zugeordnet werden. Hier funktioniere die Automatisierung so, wie es mit Einführung der BiPRO-Normen beabsichtigt gewesen sei. „Nur bei 8,7 Prozent der Versicherungsunternehmen ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend (Note 4 oder schlechter)“, heißt es weiter.
Diese Extranets überzeugen Makler
Zur Frage an die Makler, in welchen Extranets sie sich am wohlsten fühlen, konnten sich Die Haftpflichtkasse und die VHV von den restlichen Versicherern deutlich absetzen. Bei beiden Versicherern haben über 75 Prozent der befragten Makler, die in den vergangenen zwölf Monaten häufig mit dem jeweiligen Versicherer zusammengearbeitet haben, deren Makler-Portale gelobt.
52 Prozent der Befragten gaben an, die Nutzung der Extranets sei in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen. „Das darf aber nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, die die Makler in den offenen Kommentaren sehr deutlich machen: Die Extranets sind nach wie vor nicht populär, lediglich ist die Nutzung durch den Deep-Link komfortabler geworden“, bewertet Rohde dieses Ergebnis. Plagemann ergänzt: „Die Extranets sind und bleiben eine Brückentechnologie im Maklerbüro, die den Einzug der BiPRO-Normen in die MVP-Systeme nachhaltig bestätigen.“
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