Kolumne

„Wir müssen über Facebook reden“

Wer regelmäßig bei Facebook reinschaut, wird feststellen, dass Hass-Kommentare, Beleidigungen & Co. zuzunehmen scheinen. Ist das ein Grund, das Netzwerk zu verlassen? Findet Vertriebsexperte Hans Steup nicht. Er gibt in seiner neuen Kolumne ein paar Tipps, wie man die Vorteile Facebooks trotzdem nutzen kann.
© Hans Steup
Hans Steup ist Betreiber des Portals „Versicherungskarrieren“.

Von meinen 3.400 Kontakten auf Facebook sind 3.200 Kollegen aus der Branche. Die meisten kenne ich nicht persönlich. Das kann sich aber schnell ändern. Als ich 2010 mit Xing und Facebook anfing, kannte ich fast niemanden. Aus diesen Online-Kontakten wurden Kollegen, Geschäftspartner und Freunde. Über die Verbindung auf Facebook lernten wir uns langsam kennen. Auf Messen, Roadshows und bei gemeinsamen Projekten treffen wir uns auch persönlich.

Im Laufe der Zeit werden die Beiträge und Kommentare auf Facebook lockerer und offener. Man liest von manchen Leuten Aussagen, die man ihnen eigentlich nicht zugeschrieben hätte. Das geht von Schusseligkeiten bis hin zu Rassismus. Öffentliche Debatten rund um Flüchtlinge, Klima und so weiter spiegeln sich auf Facebook wider. Und der Ton ist rau geworden.

Das veranlasst zunehmend Leute, darüber nachzudenken, Facebook zu verlassen. Manche haben es getan. Und ich kann es ihnen nicht verdenken. Facebook bekommt die Hetze und unappetitlichen Hassreden noch nicht in den Griff. Es würde zu weit führen, in diesem Beitrag zu diskutieren, warum.

Facebook bietet uns aber die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, was wir lesen wollen. Wir können uns über die Pappnasen ständig aufregen oder sie einfach blockieren. Entfernte Bekannte, sozusagen. Hass-Kommentare und Beleidigungen können wir zur Überprüfung an Facebook senden. Das klappt nicht immer, weil bei der Masse Algorithmen die Beiträge prüfen. Wenn Beiträge von bestimmten Profilen allerdings oft genug angezeigt werden, wird auch der Algorithmus hellhörig.

Also, nur weil es in Ihrer Lieblings-Großraumdisko in Halle 6 Rüpel und Rassisten gibt, müssen Sie nicht gleich die komplette Disko meiden. In Halle 2 und 4 sind nämlich Kumpels, mit denen Sie gerne Zeit verbringen und diese mit Ihnen.

Facebook zu verlassen und auf die vielen guten und hilfreichen Verbindung zu verzichten, sollte nicht die Lösung sein. Denn: Kluge Leute nutzen Facebook auch als effektive Marketing-Plattform.

Wir können es drehen und wenden, wie wir wollen, es war nie zuvor einfacher und preiswerter, Kunden und Mitarbeiter zu gewinnen, als auf Facebook. Und wenn ich Facebook sage, dann meine ich Facebook, Instagram, WhatsApp, den Messenger und den Werbemanager. Facebook erlaubt Ihnen, egoistisch zu sein und sich nur die schönen Dinge herauszupicken. Tun Sie das.

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Autor

Hans

Steup

Hans Steup ist Versicherungskaufmann und war lange Jahre Vertriebsunterstützer bei der Allianz. Heute betreibt Steup den Spezial-Stellenmarkt Versicherungskarrieren und berät Finanzdienstleister zur Content-Marketing-Strategie und zu Social Media.

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