Riester-Rente und Co.

Volksbanken fordern Reform der privaten Altersvorsorge

Wenn es um die Altersvorsorge geht, sind die Deutschen durchaus motivierte Sparer – was aber laut einer Studie des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) zu sehr vom Haushaltseinkommen abhängt. Die private Vorsorge müsse daher transparenter und attraktiver werden – zum Beispiel bei der Riester-Rente, so die Forderung. Auch Überlegungen für eine Finanztransaktionssteuer stießen beim Verband auf Kritik.
© Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)
Die Grafik verdeutlicht das Sparverhalten der Deutschen. Mit lediglich 34 Milliarden Euro und somit 14 Prozent der jährlichen Vermögensbildung werde ein zu geringer Teil in Aktien oder Fonds investiert, so das Urteil des Bundesverbands.

Eine vom Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in Auftrag gegebene Umfrage zeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Bundesbürger regelmäßig Geld zurücklegt. Allerdings ist der Anteil bei einkommensschwächeren Haushalten vergleichsweise gering – und das sorgt verbandsseitig für Kritik an der Politik.

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„Es ist beachtlich, dass immerhin über 50 Prozent der Menschen mit einem Nettoeinkommen von bis zu 1.000 Euro angeben, dass sie regelmäßig monatlich sparen“, erklärt BVR-Vorstand Andreas Martin. Gerade für diese Bevölkerungsgruppe wäre aber ein langfristiges Sparen enorm wichtig, so der Experte. „Die Politik sollte Anreize schaffen, welche die private Altersvorsorge gerade auch für Haushalte mit niedrigen Einkommen stärken. Und weiter: Bei der Förderung der privaten Altersvorsorge muss es einen großen Sprung nach vorne geben.“

Die Riester-Rente solle überarbeitet und vereinfacht werden

So müsse unter anderem die Riester-Rente überarbeitet und vereinfacht werden. Dabei sollte die Förderhöchstgrenze deutlich angehoben werden. Auch sollten für Bezieher der Grundsicherung im Alter die Freibeträge für Einkommen aus der privaten Altersvorsorge erhöht werden, so der BVR. „In eine völlig falsche Richtung gehen hingehen Überlegungen für eine Finanztransaktionssteuer, welche letztlich die private Altersvorsorge in Aktien und Investmentfonds zusätzlich belasten würde“, so Martin dazu.

Ein weiteres interessantes Ergebnis der BVR-Studie:

Momentan legen die Deutschen mit 251,7 Milliarden Euro zuletzt so viel wie noch nie zurück. Aber: Mit lediglich 34 Milliarden Euro und somit 14 Prozent der jährlichen Vermögensbildung werde ein zu geringer Teil in Aktien oder Fonds investiert, so das Urteil des Bundesverbands.

„Dies ist in Zeiten von Null- oder Negativzinsen zu unausgewogen“, kritisiert Martin. „Sicherlich sind Bankeinlagen weiterhin erste Wahl, wenn es darum geht, kurzfristig Geld für Anschaffungen oder wichtige Ereignisse zu sparen. Sobald der Sparhorizont jedoch mittel- bis langfristig ist, sollten die Bundesbürger unbedingt mit ihren Bankberatern über Alternativen wie Aktien und Investmentfonds sprechen.“

Autorin

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

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