Drei zentrale Fragen sind von Bedeutung, wenn es um die eigene Altersvorsorge geht.
Welche persönlichen Risiken muss ich kalkulieren?
Mit dieser Frage lassen sich die Rahmenbedingungen für die Zeit bis zum Rentenalter und darüber hinaus klären, um die Existenz im Fall einer Berufsunfähigkeit bei Erkrankungen oder Unfall zu sichern. Vor allem die Zahl der Pflegebedürftigen steigt kontinuierlich. Im Jahr 2030 rechnet das Statistische Bundesamt mit rund 3,4 Millionen Pflegefällen in Deutschland.
Wie schaffe ich es, dass mein Vermögen oder meine Arbeitskraft ausreicht und ich für mich in jeder Situation sorgen kann?
Hier spielen folgende Fragen eine Rolle: Wer pflegt mich im Alter, nach Unfall oder bei Krankheit? Wie lässt sich die Versorgung im Alter oder bei Berufsunfähigkeit sichern? Und kann ich damit das Vermögen und mein Haus halten?
Wie schütze ich das erarbeitete Vermögen für nachfolgende Generationen beziehungsweise wie baue ich es auf?
Beim Vermögensschutz geht es um weit mehr als die Absicherung von Gegenständen. Bedacht werden sollte auch, dass Kinder Unterhalt für die Eltern zahlen müssen oder das Lebenswerk aufgebraucht wird. Wer Lösungen für obige Fragestellungen findet, kann auch abschätzen, wie sich Krankheit und Pflege auf das Vermögen auswirken.
Renteneinnahmen versus Rentenausgaben
Ich empfehle, bei der Kalkulation der eigenen Rente eine Aufstellung aller Einnahmen und Ausgaben anzufertigen.
Für die Einnahmen im Alter gibt es acht mögliche Punkte:
Erstens: Gesetzliche Rente. Bekommt jeder ausgezahlt, je nachdem, wie viele Rentenpunkte im Laufe des Arbeitslebens gesammelt wurden.
Zweitens: Betriebliche Rente. Hier gibt es Möglichkeiten der Gehaltsumwandlung, vermögenswirksame Leistungen oder eine Minijobrente.
Drittens: Riester/Rürup. Während sich Riester vor allem für Frauen und junge Mütter eignet, ist Rürup für Selbstständige empfehlenswert.
Viertens: Private Renten- und Lebensversicherungen. Unabdingbar, da ohne zusätzliche private Vorsorge künftig nur noch wenige ihren Lebensstandard im Alter beibehalten können.
Fünftens: Mieteinnahmen. Wer Einnahmen aus Vermietungen bezieht, stockt damit zusätzlich seine Einnahmen im Alter auf. Zu beachten ist jedoch: Auch bei vermieteten Objekten entstehen Kosten, etwa für die Instandhaltung.
Sechstens: Zinsen und Dividenden aus Geldanlagen. Geld, welches langfristig angelegt ist, wirft Zinsen ab. Daher empfiehlt sich, das eigene Vermögen nicht auf Tagesgeldkonten zu lagern, wo es nur wenige bis gar keine Zinsen gibt.
Siebtens: Verrentung von Kapital. Prinzipiell gilt: Pro 100.000 Euro Anlage bekommt man rund 350 Euro Rente.
Achtens: Noch ausstehende Erbauszahlungen. Möglicherweise stehen Auszahlungen an, die ebenfalls für die Aufstockung der eigenen Rente verwendet werden können.
Dagegen stehen die Ausgaben im Alter, also alle monatlichen Kosten inklusive Urlaub und Versicherungen, Miete, Lebensmittel, Hygieneartikel, Wasser und Strom.
Im Falle der Pflegebedürftigkeit nehmen die Kosten eines Pflegeheims den größten Posten unter den monatlichen Ausgaben ein. Rund 3.000 Euro pro Monat sind nicht unüblich. Fünf Jahre Pflege kosten rund 100.000 Euro. Wer nicht rechtzeitig vorgesorgt hat, gerät schnell in finanzielle Schwierigkeiten.
Daher gilt: Alle Einnahmen und Ausgaben gegeneinanderstellen – am besten in einer Tabelle. So lässt sich ablesen, ob fehlende Beträge entstehen.
Margit Winkler (Foto) ist Inhaberin des Instituts Generationenberatung. Als unabhängige Finanz- und Marketingfachfrau ist sie für Banken oder deren Verbundpartner im Vorsorgebereich tätig.
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