Fazit nach 180 Tagen LVRG

Druck auf Vertrieb und Abschlusskosten bleibt hoch

Sechs Monate nach Inkrafttreten des LVRG bleibt der Druck gerade auf den Vertrieb weiter hoch. Das bestätigten rund 30 Versicherungsvorstände, die sich zu einem Roundtable-Gespräch des Unternehmensberaters Innovalue trafen. Die Branche müsse außerdem aufpassen, dass sich die BU nicht zu einer „zweiten Kfz“ mit ruinösem Preiskampf entwickele, hieß es.
© Panthermedia
Die Post-LVRG-Konsolidierung im Markt wird weitergehen.

„Das LVRG setzt die Versicherer neben weiteren Regulierungsinitiativen, Zinskrise und Digitalisierung gehörig unter Druck. Neben den unmittelbaren Abschlusskosten rücken zunehmend auch die mittelbaren Abschlusskosten in den Fokus. Wer schon jetzt an der finanziellen Belastungsgrenze ist, für den sieht der kurzfristige Ausblick nicht eben rosig aus“, sagt Christian Mylius, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Innovalue Management Advisors.

An den Abschlussprovisionen wird wohl noch weiter geschraubt, erwarten die Teilnehmer. „Die Anpassung an den neuen Höchstzillmersatz läuft, wird allerdings in den verschiedenen Häusern sehr unterschiedlich gehandhabt. Nur die wenigsten Anbieter reduzieren hart auf 25 Promille und auch eine Ausweitung der Haftzeit wird sich erst mal nicht durchsetzen. Insgesamt ist aber davon auszugehen, dass das Vergütungsniveau weiter sinken wird“, fasst Mylius die Debatte zusammen.

Zudem rechnen die Teilnehmer des Roundtables mit einer weiteren Konsolidierung unter Versicherern und Vermittlern. Finanzstarke Anbieter werden Marktanteile gewinnen, während finanzschwache Anbieter aufgeben werden. Insbesondere der Vertrieb stehe unter großem Druck und suche nach Alternativen. Dabei würden zusätzliche laufende Einnahmequellen weiter in den Vordergrund rücken. „Große, finanzkräftige Marktteilnehmer können die aktuelle Phase besser überstehen als die kleinen Anbieter und Makler. Das ist keine Überraschung, wobei Zweifel bestehen, ob der Gesetzgeber diese Auswirkung bei der Verabschiedung des LVRG im Sinn hatte. Zudem ist eine weitere Verschärfung der regulatorischen Bedingungen nicht auszuschließen, sollte die Branche zu zögerlich agieren “, so Mylius.

Die Bedeutung von biometrischen Produkten werde weiter steigen, so ein weiteres Fazit des Gesprächs. Zwei Konsequenzen werde es geben. Erstens: Der Wettbewerbsdruck wird steigen. Zweitens: Die Rentabilität in den betroffenen Produktbereichen wird sinken. „Die Branche muss aufpassen, dass die BU nicht zu einer ‚zweiten Kfz‘ mit teilweise ruinösem Preiskampf und sinkenden Margen wird“, sagt Mylius.

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