Kommentar

Altersversorgung – der gnadenlose Weg in die Altersarmut?

Jeder Arbeitnehmer, der nach Abschluss eines langen Berufslebens in Rente geht, erhofft sich, dass er sorglos und zufrieden leben kann. Dafür hat er Jahrzehnte in die gesetzliche Rentenversicherung zwangsverpflichtet eingezahlt. Doch wenn der Rentenbescheid kommt, beginnt das böse Erwachen, schreibt Makler Hubert Gierhartz in seinem Kommentar.
© Getty Images
Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD).

Die Durchschnittsrente beträgt 1.176 Euro. Das ist für ein Ehepaar zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel. Verstirbt der Versicherte, erhält die Witwe 706 Euro. Jeder Politiker, der diese Zahlen liest, muss eigentlich sofort feststellen, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht.

Aber weit gefehlt. Verantwortungslos und willkürlich werkeln diese „Volksvertreter“ an der Altersversorgung des Ottonormalverbrauchers rum. Oberstes Gebot der Politiker ist es, die Arbeitgeber weiter zu entlasten. Das wird wohlmöglich mal mit einem Aufsichtsratsposten gut belohnt.

Die gesetzliche Rente, das ist die soziale Superleistung der rot/grünen Regierung unter Gerhard Schröder, wird bis 2030 bis auf 43 Prozent gesenkt. Das heißt für jeden zukünftigen Rentenbezieher, dass es weiter bergab geht. Dass die Berufsunfähigkeitsrente ersatzlos gestrichen wurde, ist eine weitere Großtat dieser ach so sozialen Koalition.

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Ersatzweise für die Rentensenkung wurde die staatlich gefördert Riester-Rente geschaffen. Mit dieser kann der Arbeitnehmer die Senkung der gesetzlichen Rente auffangen. So ist es zumindest gedacht. Aber diese Riester Rente ist kompliziert, kaum ein Mensch versteht sie. Darüber hinaus ist diese Riester-Rente auch noch in der Verwaltung sehr kostenintensiv, sodass die Renditen sich in Grenzen halten. 

Ob die Riester-Rente die entstandene Rentenlücke schließen kann, steht in den Sternen. Vorteil für die Arbeitgeber: Sie sind bei der Riester-Rente außen vor. Die Senkung der gesetzlichen Rente bewirkt aber, dass die Rentenversicherungsbeiträge relativ stabil bleiben. Hier sind die Arbeitgeber mit 50 Prozent involviert, was sich schlicht und einfach auf die Lohnnebenkosten positiv auswirkt.

Zusätzlich kann der Arbeitnehmer in eine betriebliche Altersversorgung einsparen. Die Auswahl der Anbieter – etwa der Versicherungsgesellschaften – obliegt dabei dem Arbeitgeber. Dass auch hier Anbieter gewählt werden, die, ich möchte es einmal vorsichtig formulieren, sich erkenntlich zeigen, ist an der Tagesordnung. Aber all das geht zu Lasten der Arbeitnehmer in Form von schlechteren Renditen, mit der Folge, dass die Altersversorgung geringer ausfällt. Eine weitere Glanztat der rot-grünen Koalition war es, die Gehaltsumwandlung rückwirkend für zehn Jahre mit Krankenkassenbeiträgen zu belegen.

Das alles ist nun schon vielfach zu Papier gebracht worden. Geändert hat sich aber nichts. Deshalb die Frage an alle Politiker: Haben wir kein Recht auf eine transparente gesetzliche wie private Altersvorsorge, die jedermann versteht?

Über den Autoren

Hubert Gierhartz ist seit 1985 als Versicherungsmakler tätig. Er hat sich insbesondere auf die Beratung der Zielgruppe 60plus spezialisiert.

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