Rentenexperte Raffelhüschen

„Es drohen 27 Prozent Rentenbeitrag“

In Berlin diskutierten Rentenexperten von Union und SPD mit dem Demografie- und Sozialversicherungsforscher Bernd Raffelhüschen. Letzterer warnt die Parteien, ein höheres Rentenniveau zu versprechen. Das würde künftige Beitragszahler deutlich belasten. Der Rentenbeitrag könnte auf 27 Prozent steigen.
© dpa/picture alliance
Der Freiburger Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen warnt vor teuren Rentengeschenken.

Der Demografie-Forscher und Universitätsprofessor Bernd Raffelhüschen hat die Politik auf einer Veranstaltung der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) in Berlin davor gewarnt, großzügige Rentenversprechen zu machen. „Wer die Beibehaltung des heutigen Rentenniveaus fordert, beseitigt keine Altersarmut, sondern belastet einseitig zukünftige Generationen. Ab 2040 müssten die Beitragszahler voraussichtlich fast 27 Prozent ihres Einkommens in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.“ Profitieren würden davon vor allem Rentner, die im Schnitt nur 20 Prozent gezahlt hätten, so der Professor weiter.

Raffelhüschen diskutierte mit den Rentenexperten von CDU und SPD, Jens Spahn (parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium) und Karl Lauterbach (stellvertretender Fraktionsvorsitzender). Spahn: „Wir haben die Rente für eine älter werdende Gesellschaft fit gemacht. Diesen Grundkonsens dürfen wir nicht aufgeben. Gerade in einem Jahr, in dem die Renten so stark steigen wie lange nicht, sollten wir uns über gezielte Verbesserungen unterhalten und nicht Rentenpolitik mit der Gießkanne betreiben. Das hilft niemandem.“

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Lauterbach übte Kritik an Diskussion um einen späteren Rentenbeginn: „Ich kann die Finanzierungsprobleme der Rente nicht damit lösen, dass die Menschen die Rente gar nicht mehr erleben.“ Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der INSM, störte sich dagegen daran, dass immer vor weiter sinkenden Renten gewarnt würde. Das entbehre nämlich jeglicher Grundlage: „Auch in Zukunft werden die Renten weiter steigen – lediglich nicht mehr ganz so deutlich wie die Löhne. Eine Rentensenkung ist sogar gesetzlich ausgeschlossen. Die Rentner des Jahres 2030 werden sich daher mehr leisten können, als die jetzigen Rentner. Und das ist gut so.“

Ein Video-Interview mit Bernd Raffelhüschen finden Sie unter www.insm.de.

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