51 Prozent der Deutschen hat keine Ahnung, wie sich das System der gesetzlichen Rente hierzulande zum Jahreswechsel verändern wird. Weitere 38 Prozent haben immerhin vom zweiten Pflegestärkungsgesetz schon mal gehört oder gelesen. Tiefgehend damit befasst hat sich aber nur rund jeder Zehnte. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Techniker Krankenkasse.
Auch bei der eigenen Vorsorge für den Pflegefall gibt es danach noch Nachholbedarf. Vier von zehn Befragten haben sich zum Thema Pflegeversicherung in eigener Sache noch keinerlei Gedanken gemacht. Allerdings steigt mit zunehmendem Alter das Interesse deutlich an – haben unter den 18- bis 39-Jährigen noch 61 Prozent das Thema bislang gemieden, so trifft das bei den über 60-Jährigen nur noch auf rund jeden Vierten zu (27 Prozent).
Zwei Drittel der Befragten geht davon aus, dass ihre Vorsorge nicht ausreichen wird. Besonders groß ist die Skepsis bei den Jüngeren: 78 Prozent der 18- bis 39-Jährigen sehen die eigene Vorsorge kritisch. Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil derer, die die eigene Vorsorge für ausreichend halten jedoch an. Bei den über 60-Jährigen sind es immerhin 45 Prozent.
Zwar wissen fast alle Befragten (96 Prozent), dass die gesetzliche Pflegeversicherung nur einen Teil der Kosten deckt. Wie viel ein Heimplatz in der höchsten Pflegestufe tatsächlich durchschnittlich kostet, schätzt aber nur knapp jeder Dritte (32 Prozent) korrekt ein. Im Bundesdurchschnitt kostet ein solcher Platz monatlich rund 3.600 Euro, berichtet die Techniker Krankenkasse. In der aktuell höchsten Pflegestufe III übernimmt die Pflegekasse davon 1.612 Euro, in besonderen Härtefällen bis zu 1.995 Euro. Ab 1. Januar 2017 übernimmt die Pflegeversicherung bis zu 2.005 Euro.
Hauptgrund für die fehlende Vorsorge ist fehlendes Geld – 68 Prozent derjenigen, die die eigene Vorsorge kritisch sehen, nannten hierfür Kostengründe. Vor allem Frauen nannten häufig diesen Grund, (73 Prozent, Männer: 61 Prozent). Fast jeder Zweite verlässt sich im Ernstfall außerdem auf die Hilfe von Freunden oder Familienmitgliedern. Darauf, dass der Staat im Notfall finanziell einspringt, vertraut knapp jeder Dritte (31 Prozent).
Und: Ein Teil der Befragten blendet das Thema schlichtweg aus. So gaben 41 Prozent an, sich noch nicht mit der eigenen Vorsorge befasst zu haben – und jeder Fünfte (21 Prozent) hält die Wahrscheinlichkeit, selbst zum Pflegefall zu werden, für zu gering.
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